Italien: Schweizer (28) betrügt Feuerwehr-Helden
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ItalienSchweizer (28) betrügt Feuerwehr-Helden

In Como ist ein Schweiz-Italiener verhaftet worden, der viele um ihr Geld gebracht hatte. Einer Feuerwehr hatte er zudem Geld versprochen, das nie ankam.

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vro
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In Italien soll ein 28-jähriger Schweiz-Italiener zahlreiche Investoren um ihre Ersparnisse gebracht haben.

In Italien soll ein 28-jähriger Schweiz-Italiener zahlreiche Investoren um ihre Ersparnisse gebracht haben.

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Der Mann hatte sich als Mitglied einer Diplomatenfamilie ausgegeben und Bilder von sich gepostet, die ihn etwa mit Luxusautos zeigen.

Der Mann hatte sich als Mitglied einer Diplomatenfamilie ausgegeben und Bilder von sich gepostet, die ihn etwa mit Luxusautos zeigen.

Guardia die Finanza
Ausserdem postete er in den sozialen Medien Bilder von sich mit «seinem» Privatjet. Tatsächlich besitzt er gar keinen, teilen die Ermittler mit.

Ausserdem postete er in den sozialen Medien Bilder von sich mit «seinem» Privatjet. Tatsächlich besitzt er gar keinen, teilen die Ermittler mit.

Guardia die Finanza

Mit lukrativen Investitionen und verlockenden Zinsen hat ein 28-jähriger Schweiz-Italiener zahlreiche Opfer angeworben. Er versprach ihnen leichtverdientes Geld ohne Risiko. Innert kurzer Zeit habe er so 850 Millionen Euro von Anlegern aus der ganzen Welt gesammelt, gab er laut einer Mitteilung der «Guardia di Finanza» an.

Weiter habe er bezahlte Artikel, die als Interviews getarnt waren, publiziert. In den sozialen Netzwerken postete er zudem Fotos von sich in Designerkleidern, Luxusautos, Fünfsternehotels oder an Bord seines angeblichen Privatjets, den er gar nicht besitzt. Weiter gab er laut den Ermittlern an, mit wichtigen Persönlichkeiten aus der ganzen Welt in Kontakt zu stehen, etwa mit Sultanen und Imamen. Ausserdem gab er sich als Mitglied einer Diplomatenfamilie aus und hat angeblich an der Universität Bocconi in Milano studiert. Tatsächlich habe er lediglich ein Diplom als Vermessungstechniker, teilten die Ermittler mit.

Das Geld landete im Casino, Hotel oder Nachtclub

Die Masche ging sogar noch weiter: 2016 verkündete der 28-Jährige öffentlich, den Feuerwehrmännern von Pesaro 10'000 Euro zu spenden. Die Einsatzkräfte wurden nach dem Erdbeben in Mittelitalien, bei dem etwa die Ortschaft Amatrice schwer beschädigt worden war, als Helden gefeiert. Das versprochene Geld kam jedoch nie bei der Feuerwehr an, schreibt «Il Resto del Carlino».

Gemäss der Polizei schaffte es das «selbsternannte Finanzgenie», innerhalb von etwas mehr als drei Jahren mindestens 3,5 Millionen Euro zu sammeln. Das Meiste davon hatte er für sich selbst ausgegeben. Zum Beispiel habe er das Geld im Casino verwettet, Luxusautos gemietet, in teuren Hotels übernachtet, Schmuck gekauft und teure Abende in berühmten Nachtclubs verbracht.

Vorwurf: Illegale Geschäfte, Betrug und Geldwäsche

Die Investoren, die ihm das Geld gegeben hatten, sahen dieses nie wieder. Deshalb erliess die Staatsanwaltschaft nun einen Haftbefehl, woraufhin der 28-Jährige festgenommen wurde. Der Vorwurf: illegale Finanzgeschäfte, schwerer Betrug und Geldwäsche.

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