Schweizer Aktien holen Vortagesverluste praktisch auf
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Schweizer Aktien holen Vortagesverluste praktisch auf

Die Schweizer Aktien haben am Dienstag im Verlauf an Fahrt gewonnen und die Vortagesverluste zu einem grossen Teil wieder aufgeholt.

Händler sagten, dass die Werte zu den grössten Gewinnern gehörten, die zuvor am meisten Terrain verloren hatten.

Der SMI der Standardwerte erreichte im Verlauf bei 7450 Punkten das Tagestief und schloss um 1,91 Prozent über dem Vortag auf 7572,47 Punkten. Abgesehen von Swisscom notierten alle SMI-Werte fester. Der breite SPI gewann 1,92 Prozent auf 5889,25 Zähler.

Händler sagten, mit dem Start der US-Aktien habe die Erholung an den europäischen Märkten an Kraft gewonnen. Auch der weitere Verlauf dürfte von der Entwicklung in den USA bestimmt bleiben.

Technische Erholung

Aus technischer Sicht sei sehr wichtig, dass der SMI die Zone um 7400 Zähler halten könne. Darunter würde der SMI den langfristigen Aufwärtstrend verlassen. Mit der Korrektur seien allerdings im SMI wie in einzelnen Werten verschiedene Chartlinien verletzt worden.

Ein Händler äusserte sich überrascht über die Erholung und bezeichnete den Anstieg als mögliche «klassische Bullenfalle». Es habe sich ja eigentlich nicht viel geändert. Die negativen Faktoren Zinsängste, schwacher Dollar, hohe Öl- und Rohstoffpreise und die Angst vor einer Abschwächung der US-Wirtschaft bei gleichzeitig steigender Inflation bestünden weiter.

Verlierer werden Gewinner

Die grössten Anstiege verbuchten die Werte, die zuvor am stärksten eingebrochen seien. Händler sprachen von einer klassischen technischen Erholung und erwähnten dabei vor allem ABB oder Syngenta, die am Vortag über sieben respektive sechs Prozent gefallen waren. ABB stiegen nun um sieben und Syngenta um sechs Prozent.

Holcim, am Vortag zusätzlich durch den Anrechtshandel gebremst und daher vier Prozent schwächer, kletterten um knapp fünf Prozent.

Einige Finanzwerte aber konnten die Einbussen nur zum Teil aufholen. So legten UBS nur gut zwei und Credit Suisse 0,5 Prozent zu. Zurich sprangen um 2,6 Prozent nach oben. Zurich hatte wie CS oder UBS am Montag über vier Prozent eingebüsst. Auch Baloise und Swiss Re zogen im Verlauf an.

Converium gefragt

Converium kletterten um acht Prozent. Der Rückversicherer übertraf die Erwartungen mit dem Quartalsergebnis. Deutliche Gewinne erzielten auch Unaxis, die um 5,5 Prozent zulegten.

Unter den defensiven Schwergewichten konnten Nestle an den positiven Trend vom Vortag anknüpfen und 1,5 Prozent gewinnen. Auch Novartis legten gegen ein Prozent zu.

Swisscom verloren 0,3 Prozent. Auch das Bundesgericht bestätigte, dass der Telekomkonzern von 2000 bis 2003 teilweise überhöhte Interkonnektions-Preise verlangt habe. Nun rechnet der Konzern als Folge 2006 mit einem rund 180 Mio. Fr. tieferen Betriebsergebnis (EBITDA).

Deutlich festere Kurse verbuchten auch Swatch und Richemont. Die Schweizer Uhrenexporte haben im April 2006 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 1,032 Mrd. Fr. zugenommen.

Andere Zykliker erfreuten sich auch meist höherer Kurse. Givaudan, Clariant, Sulzer, Fischer, Saurer und Bauwerte sowie Bauzulieferer kletterten um bis zu vier Prozent. Bei grossen Umsätzen drehten Arpida nach anfänglichen Einbussen gut sechs Prozent ins Plus.

(sda)

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