Aktualisiert 28.07.2004 18:53

Schweizer Aktien schliessen fester

Die Schweizer Aktien haben am Mittwoch nach einem festeren Start einen grossen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Die Umsätze zogen im Vergleich zu den Vortagen erneut an.

Im Sog der schwächer einsetzenden US-Aktien, leicht enttäuschender Konjunkturdaten und dem kräftig steigenden Ölpreis versiegten die Anschluss- und Deckungskäufe zunehmend und machten mehr und mehr Abgaben Platz, wie Händler erklärten.

Der SMI stieg bis auf 5552,7 Zähler und schloss um 0,23 Prozent höher bei 5514,7 Punkten. Von den 26 SMI-Aktien waren 16 fester, neun schwächer und eine stabil. Der breite SPI stieg um 0,22 Prozent auf 4077,13 Punkte.

Finanzwerte setzen Erholung fort

Während die defensiven Schwergewichte Nestlé und Novartis unter Abgaben litten, setzten die Finanzwerte, die den Markt von Anfang an angeführt hatten, die Erholung fort. Allerdings konnten auch sie die Höchstkurse nicht halten.

Händler sprachen von einer technischen Erholung nach den Übertreibungen, zu denen es im Zusammenhang mit dem Kurseinbruch beim Rückversicherer Converium gekommen war.

Die Nachreservierungen und der damit verbundene Verlust bei Converium im zweiten Quartal würden wieder mehr als Einzelfall gesehen und nicht als Brancheproblem, hiess es. Converium verloren nach dem starken Anstieg vom Vortag wegen Abgaben kurzfristig orientierter Marktteilnehmer 2,3 Prozent.

Zurich Swiss Re und Bâloise gewannen weiteres Terrain zurück. CS Group notierten deutlich höher aber unter dem Tageshoch. Auch UBS legte zu.

Volatile Werte legen kräftig zu

«High Beta Stocks» - hoch volatile Werte - rückten zum Teil kräftig vor. So gewannen Adecco und ABB rund 3 Prozent. ABB wird am (morgigen) Donnerstag den Halbjahresabschluss veröffentlichen.

Clariant stiegen um 1,8 Prozent, und die Technologiewerte Unaxis und Kudelski rückten 1 beziehungsweise 1,9 Prozent vor. Andere Technologiewerte hingegen litten stärker unter den Verlusten der US- Technologiebörse Nasdaq.

Dafür hinkten einmal mehr die defensiven Werte hinter der Entwicklung hinterher. Nestlé und Novartis verloren rund ein halbes Prozent. Roche hingegen gewannen 0,2 Prozent. Nestlé dürfte unter dem eher enttäuschenden Ergebnis von Konkurrent Unilever gelitten haben.

Umschichtungen bei Biotech-Werten

Uneinheitlich präsentierte sich der Sektor der Medizinaltechnik- und Biotechnologiewerte. Händler sprachen von sektorinternen Rotationen. Die Leute hätten sich etwa von Actelion getrennt und dafür Straumann oder Nobel Biocare gekauft.

Actelion habe mit dem Zwischenergebnis am Vortag den Markt nicht zufriedenstellen können, hiess es. Etliche Kurszielrevisionen, etwa von UBS oder der Deutschen Bank, folgten. Actelion sanken um 2,5 Prozent. Zu den Verlierern gehörten auch Tecan und Card Guard. Phonak, Straumann und Nobel hingegen zogen teilweise kräftig an.

Keine Impulse verlieh das sehr gute Resultat des US- Vermessungstechnikers Trimble Navigation den Aktien von Leica Geosystems. Während Trimble rund 20 Prozent gestiegen waren, gingen Leica unverändert aus dem Handel.

Der Bankensoftware-Hersteller Temenos erzielte im zweiten Quartal 2004 einen Reingewinn von 3,0 Mio. Dollar nach 1,76 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Das Ergebnis liege eher leicht unter den Erwartungen, hiess es. Die Aktien waren etwas schwächer.

Einen Kurssprung von 8,5 Prozent machten Swiss Steel. In einem Interview mit der «HandelsZeitung» äusserte sich Konzernchef Marcel Imhof positiv zum Geschäftsverlauf. Die Aktien hatten allerdings in den letzten Tagen auch kräftig verloren, sagte ein Händler. (sda)

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