Aktualisiert 14.06.2004 18:32

Schweizer Aktien schreiben Verluste

Die Schweizer Aktien haben am Montag bis Börsenschluss die Verluste ausgeweitet. Händler sagten, der Markt geriet ohne erkennbare Gründe unter Druck.

Dabei war das Geschäft ruhig und die Umsätze blieben moderat.

Als mögliche Gründe für den Kursrückgang wurden die Zinsängste, technische Faktoren oder auch der grosse Eurex-Verfall am Freitag erwähnt.

Als Erklärungen könnten auch das hohe Handelsdefizit der USA und die Befürchtungen, China könnte weitere Vermögenswerte aus dem Westen nach Asien umschichten, dienen. «Unter dem Strich lief einfach nichts», so ein Händler.

Der SMI notierte zum Handelsschluss um 0,99 Prozent tiefer bei 5633,6 Punkten. Dabei waren einmal mehr die vier Schwergewichte für den grössten Teil der Verluste verantwortlich. Unter den 26 SMI- Aktien waren nur Swisscom und Ciba etwas fester, alle anderen Aktien gaben nach.

«Zuerst waren es 5900 und dann ein paar Mal 5750 Punkte und jetzt ziehen sie eben ab», sagte ein Händler. Die nächsten Unterstützungen seien 5580 Zähler und dann erst wieder 5450 Punkte, hiess es. Der breite SPI sank bis zum Handelsende um 0,92 Prozent auf 4174,41 Zähler.

Schwergewichte unter Druck

ABB litten zunehmend unter Abgaben. Finanzielle Unregelmässigkeiten bei der italienischen Tochtergesellschaft setzten die Titel unter Druck. ABB sackten um rund 5 Prozent ab auf 6,78 Franken.

«Solche Geschichten lasten natürlich immer auf den Aktien. Die Leuten denken dabei sofort an Firmen wie Enron, die an Bilanzproblemen gescheitert sind, oder Adecco, deren Aktien eingebrochen waren, nachdem die Firma über Bilanzprobleme in den USA berichtet hatte und den Jahresabschluss nicht fristgerecht vorlegen konnte», sagte ein Händler.

Nachdem bereits Roche und Nestlé seit einiger Zeit einen etwas schwereren Stand hätten, gerieten nun auch Novartis unter Druck. Bei Novartis dürfte vor allem der Bericht, dass das Blutdruck- Medikament Diovan nicht besser ist als das Pfizer-Konkurrenzprodukt Norvasc, zu Abgaben geführt haben. Novartis büssten bis Börsenschluss knapp ein Prozent ein, Roche-GS fielen um 1,18 Prozent und Nestlé sanken um 0,61 Prozent.

Adecco ermässigten sich bis zum Ende des Handels um 0,24 Prozent. UBS und CS Group schwächten sich ebenfalls um etwa ein Prozent ab.

Versicherungen etwas besser

Die Versicherungen hielten sich mit Verlusten von einem halben bis einem Prozent bis Börsenschluss etwas besser. Einzig Swiss Life verloren knapp zwei Prozent.

Die meisten zyklischen Werte schlugen sich mit Kurseinbussen von weniger als einem Prozent relativ gut. Dabei litten die Technologiewerte etwas mehr als etwa Anlagen- und Maschinenbauer, hiess es. Auch die Chemietitel schlugen sich relativ gut. Kudelski, SEZ oder Mikron aber büssten über zwei Prozent ein.

Swisscom stiegen um 0,38 Prozent auf 395,50 Franken. Swisscom überlegt die Einführung einer «Flat Rate» als Reaktion auf die Pläne des Kabelnetzbetreibers Cablecom, ein Angebot mit Gratistelefonaten zu lancieren. (sda)

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