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Schweizer Aktien wieder auf Rekordlauf

Nach einem etwas leichteren Start haben sich die Schweizer Aktien im späteren Verlauf erholt und den Rekordlauf wieder aufgenommen.

Händler sagten, nach wie vor hielten die Käufe in den Index-Schwergewichten an. Dazu komme der anziehende Dollar und die tieferen Erdölpreise sowie eine freundliche Eröffnung der US-Aktien. Dabei sei der Handel aber in eher ruhigen Bahnen verlaufen. Ein Teil der Gewinne dürfte wie an den Vortagen auch auf futuresbedingte Käufe zurückzuführen gewesen sein.

Der SMI sank zunächst auf 7180 Zähler und schloss um 0,67 Prozent höher auf 7252,93 Punkten. Bei 7261 markierte der SMI neuerlich ein Mehrjahreshoch. Von den 27 Blue Chips rückten 23 vor, drei waren leichter und einer stabil. Der breite SPI gewann 0,61 Prozent auf 5495,72 Punkte.

Da keine Unternehmensergebnisse oder wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, hätten sich die Marktteilnehmer auf Spezialsituationen konzentriert. Dazu gehörten vor allem SGS.

SGS auf Höhenflug

Kräftige Kursgewinne von über sechs Prozent verbuchten SGS. Händler sagten, der Warenprüfkonzern habe sich bei einer Investoren- Konferenz gut in Szene setzen können. Die Ziele, die SGS dabei abgegeben habe, würden sehr positiv aufgenommen. Sie liegen zum Teil deutlich über den Erwartungen der Analysten.

SGS strebt bis zum Jahr 2008 fast eine Umsatzverdopplung auf fünf Milliarden Franken an. Die operative Gewinnmarge solle dann 17 Prozent und der Gewinn je Aktie 80 Fr. betragen.

Aber auch Aktien von Firmen, die nächstens ihren Zwischenbericht veröffentlichen werden, legten kräftig zu. Dazu gehörten Holcim, die im Sog von meist besser als erwarteten Ergebnisse von Konkurrenten gekauft wurden.

Auch Clariant, Phonak und Tornos stiegen im Vorfeld der in den kommenden Tagen erwarteten Quartalsergebnisse. Andere Firmen, deren Zahlen ebenfalls bevorstünden wie Swisscom, Panalpina, Kuoni oder Sika waren wenig verändert.

Im Verlauf drehten auch Nestlé in die Gewinnzone. Händler verwiesen auf die verschiedenen positiven Neuigkeiten etwa über den Absatz von «Nespresso». Die in der Augenheilkunde tätige Nestlé- Tochter Alcon veröffentlichte positive klinische Daten für ein Präparat.

Roche profitieren

Auch die Aktien der beiden Pharmakonzerne Roche und vor allem von Novartis rückten deutlich vor. Händler verwiesen darauf, das in Genf eine Konferenz über die Vogelgrippe abgehalten werde. «Die ganze Hektik um die Vogelgrippe hilft vor allem Roche mit ihrem Grippemittel Tamiflu», sagte ein Händler. Dabei erreichten Novartis und Roche neue Rekordkurse.

Auch die Grossbanken UBS und CS Group steuerten nach anfänglicher Konsolidierung wieder auf Rekordkurs. Dabei überwanden CS erstmals seit mehr als drei Jahren wieder die Marke von 60 Franken. CS und UBS stiegen um rund ein halbes Prozent. Deutlich fester waren Sarasin, die knapp vier Prozent gewannen, was Händler an frühere spekulative Käufe erinnerte.

Die Versicherungen stimmten erst im Verlauf in die Bergfahrt ein, allerdings fielen hier die Kursgewinne zum Teil etwas verhaltener aus. Unter anderen wurden Swiss Re etwas gebremst, obwohl verschiedene Banken ihr Kursziel für «Rück» erhöht hatten. Dies liege zum einen an den Angaben zu den Sturmschäden unter anderem in Europa, die Swiss Re am Freitag veröffentlicht hatte.

Zum anderen belaste das Ergebnis von Konkurrent Münchener Rück. Das Ergebnis der Münchener Rück liege im Rahmen der Erwartungen und der Ausblick sei positiv. Aber das Resultat sei durch ausserordentliche Effekte aufgebläht worden, hiess es.

Converium gewannen 0,8 Prozent. Die Aktien hatten am Freitag mit einem kräftigen Rückschlag auf die Mitteilung reagiert, es sei ein Restatement notwendig.

SEZ erholten sich von einem markanten Rückschlag nach dem enttäuschenden Quartalsergebnis. Der Titel gewann drei Prozent.

ABB verzeichneten Gewinne von rund einem Prozent. ABB habe davon profitiert, dass die Ratingagentur Standard & Poor's ABB eine Anhebung der Bonitätseinstufung in Aussicht gestellt hat.

Weiter hielten sich die Spekulationen um SIG und Valora, während es um Berna Biotech wieder deutlich ruhiger geworden sei. Temenos schlossen stabil. SAP hatte die Spekulationen, das Unternehmen sei an einer Übernahme interessiert, in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» vom Tisch gewischt.

(sda)

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