Bring!: Schweizer App auf der grossen Google-Bühne
Aktualisiert

Bring!Schweizer App auf der grossen Google-Bühne

Swissness an Googles I/O-Konferenz: Die Einkaufs-App Bring! aus Zürich wurde vor Hunderttausenden Zuschauern präsentiert.

von
Philipp Stirnemann

Die Bring!-App an der I/O-Entwicklerkonferenz. (Video: Google Developers)

Im Rahmen der letzte Woche über die Bühne gegangenen Google-Entwicklerkonferenz I/O wurde dem Schweizer Entwicklerstudio Bring! Labs AG die Ehre zuteil, auf der Bühne einem grossen Publikum vorgestellt zu werden. Dies, weil die Einkaufs-App Bring! als beispielhaft im Bereich der Always-on-Anwendungen gilt (siehe Box).

Marco Cerqui ist Geschäftsführer der Bring! Labs AG, die hinter der Entwicklung der Schweizer Einkaufs-App steht. 20 Minuten hat sich mit ihm über den prestigeträchtigen Auftritt von Bring! an der I/O unterhalten.

Herr Cerqui, warum hat Google ausgerechnet Ihre Einkaufs-App an der I/O vorgestellt?

Wir arbeiten seit rund einem halben Jahr als 3rd-Party-Developer mit Google zusammen. Grundlage für diese Kooperation ist das gemeinsame Ziel, im Play Store eine hervorragende App anzubieten. Bring! soll für Anwender und andere Entwickler ein gutes Beispiel sein, wie eine App auf Android daherkommen soll.

Die App ist ja nicht ganz neu. Warum war sie dieses Jahr für Google so interessant?

Da wir sehr früh auf Android Wear, die Smartwatch-Technologie von Google, aufgesprungen sind, wurden wir vor ein paar Monaten angefragt, ob wir die neue Always-on-Funktion bei uns in Bring! einbauen möchten. Es handelt sich dabei zwar um ein sehr kleines, aber äusserst sinnvolles Feature. Smartwatches kämpfen nach wie vor mit der Akkulaufzeit. Der neue Always-on-Modus von Android Wear bringt da eine Verbesserung und spart viel Energie. Wir haben nicht nur das Feature bei Bring! eingebaut, sondern Google auch Feedbacks zu ihren Entwicklertools gegeben.

Warum waren Sie selber nicht in San Francisco vor Ort?

Dass uns diese Zusammenarbeit an die Google I/O bringt, hätten wir nicht erwartet. Google hat die Präsentation unserer App auch erst in den letzten Tagen vor der Konferenz angedeutet. Natürlich wären wir selber sehr gerne vor Ort gewesen. Aber leider sind die Tickets einerseits sehr rar, und andererseits stapelt sich die Arbeit auf unseren Schreibtischen. Wir haben den Event aber per Livestream mitverfolgt.

Wie ist Google denn auf Sie aufmerksam geworden?

Wir werden oft gefragt, wie wir es angestellt haben, dass wir bei Google-Teams in London oder den USA auf dem Radar gelandet sind. Dafür gibt es kein Patentrezept. Wir haben viel Arbeit in unsere App investiert und hatten vielleicht auch etwas Glück, entdeckt zu werden.

Nur durch Fleiss und Zufall landet man aber kaum auf der I/O-Bühne, oder doch?

Grundsätzlich fragen wir uns immer, was Google gerade wichtig sein könnte. Wir verfolgen die Entwicklungen sehr genau und springen dann auf Themen wie Android Wear oder Googles neue Design-Prinzipien Material Design auf. Genau das ist auch die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Gemeinsam mit unserem Google-Ansprechpartner definieren wir Themen, die gut zur Weiterentwicklung von Bring! passen und die für Google wichtig sind.

Wie gehts jetzt nach der I/O für euch weiter?

Im Moment sind Bring! im Webbrowser oder in Google Now sehr heisse Themen für uns. Ausserdem arbeiten wir an einer innovativen Erweiterung, um Onlineshops für Lebensmittel direkt bei Bring! anzubinden. In Zukunft werden unsere User nicht nur im Laden, sondern auch online mit Bring! einkaufen können.

Always-On für Android Wear:

Der Begriff «Always On» bezeichnet die ständige Verbindung eines Geräts oder einer Anwendung mit dem Internet. Android-Smartwatches verfügen schon länger über eine Always-On-Funktion für die Uhrzeit. Das bedeutet, die Anzeige ist dauerhaft zu sehen und verschwindet nicht beim Senken des Arms.

Ende April hat Google das Feature auf Apps erweitert, damit auch diese so lange wie nötig sichtbar bleiben. Um die Akkulaufzeit dabei nicht allzu sehr zu beeinträchtigen, wird eine Anwendung nur dann mit allen Farben angezeigt, wenn sie auch tatsächlich verwendet wird. Ansonsten wechselt sie in einen stromsparenden Schwarz-Weiss-Modus bei abgedunkeltem Display.

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