Schweizer Tastatur: «Mit dieser App machst du viel weniger Tippfehler»
Aktualisiert

Schweizer Tastatur«Mit dieser App machst du viel weniger Tippfehler»

Eine neue Tastatur-App verspricht 80 Prozent weniger Tippfehler. Sie kommt in einem neuen Layout daher und soll das Schreiben auf Smartphones erleichtern.

von
doz

Die App Typewise hat ein neues Tastatur-Layout.

Das Layout der Tastatur, wie sie heutzutage von PCs, Laptops und Handys gleichermassen verwendet wird, hat sich in den letzten 140 Jahren seit ihrer Erfindung nicht gross verändert. Zwar sind einige Funktionen wie beispielsweise die Lösch- oder die Alt-Taste hinzugekommen, die Anordnung der rechteckigen Buchstaben in drei Reihen mit den Zahlen darüber und den Funktionstasten darum herum ist aber grösstenteils gleich geblieben.

Ab sofort gibt es eine neue App in den Download-Stores von Google und Apple, die diese Tradition über den Haufen werfen und ein völlig neues Tastatur-Konzept vorstellen will.

Das ist die App

Die App heisst Typewise und wurde von den beiden Schweizern David Eberle und Janis Berneker entwickelt. «In der Vergangenheit haben wir viel unterwegs auf dem Handy gearbeitet und festgestellt, wie mühsam das Tippen darauf ist», erzählt Eberle. Grund dafür sei, dass das Layout der Tastatur nicht für den kleinen Bildschirm eines Handys gemacht sei.

«Eine solche Tastatur macht für alte Schreibmaschinen und für Computer, bei denen man das Zehn-Finger-System anwenden kann, Sinn. Auf ein Telefon, auf dem man hauptsächlich mit den Daumen tippt, trifft dies allerdings nicht zu», so Eberle. So sei ihnen schliesslich die Idee von hexagonalen Tasten gekommen.

Mehrere Wisch-Funktionen

«Das Hexagon ist eine geometrische Form, die möglichst rund und somit dem Fingerabdruck sehr ähnlich ist», erklärt Eberle. Mit dieser Idee entwickelten sie ein Layout, das der traditionellen Tastatur zwar ähnlich, für den Smartphone-Bildschirm aber besser angepasst ist.

«Wir haben zum Beispiel herausgefunden, dass die Leertaste die am meisten benutzte Taste ist und haben diese deshalb zweimal zentral angeordnet.» Ausserdem machten sich die Entwickler die Wisch-Funktion, die das Smartphone im Gegensatz zum Computer bietet, zunutze. So werden Buchstaben beispielsweise mit einem Swipe nach links gelöscht. Somit fällt die Löschtaste ganz weg. Ähnlich verhält es sich mit der Umschalttaste: Will man einen Grossbuchstaben tippen, wischt man einfach vom gewünschten Buchstaben aus nach oben.

«An den Gesten haben unsere Testnutzer am meisten Freude», sagt Eberle. An das Layout gewöhne man sich nach rund ein bis zwei Wochen. Danach mache der durchschnittliche Smartphone-Nutzer etwa 80 Prozent weniger Tippfehler als mit einem traditionellen Tastatur-Layout.

Wie schreibt es sich damit?

Tatsächlich braucht es einiges an Übung, bis man sich an das ungewohnte Layout der Tastatur gewöhnt hat. Allerdings geht dieser Prozess schneller als erwartet. Da die Anordnung der Tastatur an das QWERTZ-Format angelehnt ist, findet man die gewünschten Buchstaben relativ schnell.

Auch die Wisch-Gesten sind grösstenteils intuitiv und rasch verstanden. Nachdem man das Tutorial durchgearbeitet hat, kann man also schnell mit dem Tippen beginnen. Nur wer viele Sonderzeichen wie beispielsweise das @- oder *-Zeichen braucht, wird sich wohl bis zum personalisierbaren Layout gedulden müssen, um alle nötigen Zeichen direkt auf dem Hauptbildschirm antippen zu können.

Typewise

Die App ist kostenlos, für Premium-Features können Nutzer aber monatlich bezahlen. Wie herkömmliche Handy-Tastaturen auch, verfügt Typewise über ein Vorhersage-Feature, das Wörter vorschlägt und mit der Zeit das Vokabular des Nutzers lernt. Die gelernten Wörter werden allerdings anders als bei Tastaturen wie beispielsweise Swiftkey nicht in der Cloud sondern nur auf dem Gerät gespeichert. Wechselt man das Gerät, geht dieses Wissen also verloren. «Wir arbeiten aber noch an vielen Features wie beispielsweise einem personalisierbarem Layout. Dabei werden wir uns sicher auch Gedanken über eine Cloud-Speicherung machen. Der Datenschutz geht allerdings vor», so Eberle.

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