Aktualisiert 26.10.2010 07:19

Wollerau

Schweizer arbeiten an Rekorduhr

In Mekka entsteht zurzeit die grösste Turmuhr der Welt. Für die Technik verantwortlich ist eine Wollerauer Firma.

von
Rahel Schnüriger

«Die Uhr hat die Grösse eines Fussballfeldes», sagt Martin Ryffel. Er ist Geschäftsführer des Wollerauer Ingenieurbüros Straintec AG und seit rund zwei Jahren mit der Uhr beschäftigt. Sie soll fünfmal täglich den genauen Zeitpunkt für die vorgeschriebenen Gebete anzeigen und noch aus 25 Kilometern Entfernung erkennbar sein, wie die NZZ berichtete.

Der Hauptaktionär Bakr Bin Laden, ein Halbbruder des ­Terroristenführers Osama Bin Laden, habe hohe Ansprüche: Auch in 500 Jahren soll die Uhr noch einwandfrei funktionieren. «Das ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber wir nehmen von allem nur das Beste», so der 56-jährige Ryffel. Für das Zifferblatt hätten etwa 600 Arbeiter Millionen von Keramikplättli zu einem riesigen Mosaik zusammengesetzt.

Wie konstruiert man eine Uhr dieser Grösse? Die Architekten planten ursprünglich im Hintergrund eine Art Riesenrad, das die Zeiger an der Spitze führen sollte. Sie holten die Straintec AG ins Boot, weil diese auf Vergnügungsbahnen spezialisiert ist. Ryffel riet zwar aus Kostengründen vom Vorhaben ab, konnte sich aber das Vertrauen der Projektleiter sichern. Nun funktioniert die Uhr mit einem herkömmlichen Antrieb der Zeiger.

Der 600 Meter hohe Abraj-Al-Bait-Turm ist ein Geschenk des saudischen Königs an die muslimische Bevölkerung und soll im Frühjahr 2011 eröffnet werden.

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