Schweizer arbeiten immer weniger
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Schweizer arbeiten immer weniger

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nimmt weiter ab. Die wöchentliche Arbeitszeit sank in den letzten zehn Jahren um 13 Minuten.

Am stärksten war die Abnahme im Baugewerbe, während sie in der öffentlichen Verwaltung nur gering war.

Insgesamt nahm die wöchentliche Arbeitszeit zwischen 1993 und 2003 von 41,9 auf 41,7 Stunden ab, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag bekannt gab. Die Ursachen ortet das BFS bei den kürzeren Jahresarbeitszeiten, den geringeren Überstunden sowie der längeren Absenzen.

Allein in den Jahren 2001 und 2002 sind die Absenzen um 6,2 Prozent auf 291 Millionen Stunden gestiegen. Dabei machten die krankheitsbedingten Ausfälle mit 75 Prozent des Jahresvolumens den grössten Anteil aus. Danach folgen Militärdienst (13,3 Prozent), persönliche Gründe (4,7 Prozent) und Absenzen auf Grund von Mutterschaftsurlaub (3,7 Prozent).

Branchen unterschiedlich

Der stärkste Rückgang der Arbeitszeit in den letzten zehn Jahren wurde im Baugewerbe festgestellt, wo die Arbeitszeit um 42 Minuten zurückging. Am geringsten war das Minus im Versicherungsgewerbe (- 2 Minuten) sowie in der öffentlichen Verwaltung (-4 Minuten).

Wie in den Jahren zuvor wurde insgesamt die höchste wöchentliche Normalarbeitszeit auch 2003 im Agrarsektor gemessen (43 Stunden). Die Arbeitszeit im Dienstleistungssektor betrug 41,8, jene im industriellen 41,4 Stunden.

Annäherung der Kantone

Aufgeschlüsselt nach Kantonen wird im Wallis (42,3 Stunden) und in Graubünden (42,2 Stunden) am längsten gearbeitet, während Neuenburg (41,4 Stunden) und Genf (40,9 Stunden) die Schlusslichter bilden. Im Wallis und in Graubünden dominiert das Gastgewerbe, das 2003 die längsten Arbeitszeiten aufwies.

Zwischen 1993 und 2003 sank die wöchentliche Arbeitszeit am stärksten im Kanton Jura (-25 Minuten) und im Kanton Graubünden (- 21 Minuten). Am wenigsten gab sie in den Kantonen Basel-Stadt (- 7 Minuten) und Zug (-3 Minuten) nach. Allgemein ist seit zehn Jahren eine Annäherung der Arbeitszeit in den verschiedenen Kantonen festzustellen.

(sda)

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