Aktualisiert 28.02.2012 10:45

Bundesamt für Statistik

Schweizer Arbeitsmarkt schwächelt

Rückgang der offenen Stellen im vierten Quartal 2011 und stagnierende Beschäftigungszahlen im laufenden Quartal: Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt trüben sich ein.

Der Schweizer Arbeitsmarkt dürfte sich im laufenden Quartal laut dem Beschäftigungsbarometer des Bundesamtes für Statistik (BFS) nur noch bescheiden entwickeln. Darauf deuten die Pläne der befragten Unternehmen und der Rückgang der offenen Stellen.

Im vierten Quartal 2011 nahm die Zahl der offenen Stellen gegenüber der Vorjahresperiode um 3400 oder 6,9 Prozent auf 45'300 ab, wie das BFS am Dienstag mitteilte. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten sank um 1,4 Prozent auf 1,03 Punkte (1,0 = befragte Unternehmen wollen Beschäftigung unverändert lassen). Damit dürfte die Beschäftigtenzahl im nächsten Quartal stagnieren oder leicht ansteigen.

Kaum verändert hat sich der Indikator zu den Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal: er stieg um 1,4 Prozentpunkte auf 31 Prozent.

Regionale Unterschiede: Tessin holt auf

Ende 2011 hat die Beschäftigung noch zugenommen: Die Zahl der Menschen, die in der Industrie oder im Dienstleistungssektor beschäftigt waren, stieg im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 21'000 oder 0,5 Prozent auf 4,044 Millionen.

Das entsprach 3,432 Millionen Vollzeitstellen (+1,0 Prozent). Saisonbereinigt zeigte sich allerdings ein sehr schwaches Beschäftigungswachstum von 0,2 Prozent, wie das BFS schreibt.

Am stärksten war die Beschäftigungszunahme im Tessin (+1,3 Prozent) und in der Genferseeregion ( 1,2 Prozent). Im Espace Mittelland und in Zürich wurde ein Wachstum von je 0,6 Prozent verzeichnet, in der Ostschweiz betrug es 0,1 Prozent und in der Nordwestschweiz stagnierte die Beschäftigtenzahl. In der Zentralschweiz ging sie um 0,3 Prozent zurück.

(sda)

Weniger Stellenangebote im Internet

Die Zahl der Stellenangebote im Internet ist zwischen November und Januar um 3 Prozent geschrumpft. Eine besonders starke Abnahme war bei den Inseraten auf Firmen-Webseiten zu verzeichnen, bei den Online-Stellenbörsen fiel der Rückgang hingegen nur gering aus.

Wie das Stellenportal Monster am Dienstag mitteilte, fiel der von der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Universität Zürich erhobene Monster-Index gesamthaft von 216 auf 210 Punkte. Als Grund für den Rückgang nennt Monster die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz.

Am stärksten abgenommen haben die Online-Stellenangebote für die Berufe im Bereich Verkehr, Lageristik und Sicherheit sowie für die gewerblichen und industriellen Berufe. Markant zugenommen haben dagegen die Stellenangebote für Berufe im Gastgewerbe und Tourismus sowie im Medizinischen Bereich.

Der Monster-Index wird viermal im Jahr erhoben. Er bildet die Entwicklung der Zahl der ausgeschriebenen Stellen seit Anfang 2006 ab, als das Stellenangebot auf dem Internet erstmals gemessen und der Monster-Index auf 100 Punkte festgelegt wurde. Der Index erfasst die grössten Stellenbörsen im Internet sowie die Stellenangebote auf rund 1000 Webseiten von Firmen und Organisationen. (sda)

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