Schweizer Aussenhandel verliert an Schwung
Aktualisiert

Schweizer Aussenhandel verliert an Schwung

Die Schweizer Wirtschaft hat im April nochmals über zehn Prozent mehr importiert und exportiert. Dennoch sieht die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) Zeichen für ein Nachlassen des Booms im Aussenhandel.

Denn der April 2007 zählte einen Arbeitstag mehr als der April 2006, wie die EZV in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Bereinigt um diesen Effekt, verlor der Aussenhandel an Schwung.

So erhöhten sich die Exporte zwar nominal um 11,6 Prozent auf 14,9 Mrd. Franken; bereinigt um die Zahl der Arbeitstage, blieb das Wachstum mit &5,8 Prozent aber sichtbar unter den zweistelligen Raten der letzten zehn Monate. Auch saisonbereinigt bestätigte sich die Wachstumsverlangsamung.

Die Importe wuchsen nominal um 13,1 Prozent auf 14,3 Mrd. Franken. Arbeitstagbereinigt resultierte noch ein Anstieg um 7,3 Prozent. Die saisonbereinigte Betrachtung zeigt zum dritten Mal im laufenden Jahr negative Veränderungsraten, was den abgeschwächten Expansionsrhythmus unterstreicht.

Die Handelsbilanz weist einen Überschuss von 626,9 Mio. Fr. aus, womit dieser um 15,4 Prozent niedriger ausfiel als vor Jahresfrist.

Uhrenexporte im April um 11,7 Prozent gestiegen

Die Schweizer Uhrenindustrie verzeichnet für April eine leichte Abschwächung ihres Exportwachstums. Mit einer Zunahme um 11,7 Prozent auf 1,151 Mrd. Fr. resultierte das bislang schwächste Plus in diesem Jahr.

Im März hatten die Uhrenexporte noch um 20,6 Prozent zugenommen nach 20,7 Prozent im Februar und 14,5 Prozent im Januar. Für die ersten vier Monate 2007 zusammengerechnet ergibt sich ein Wachstum von 17 Prozent auf 4,502 Mrd. Franken, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS) am Dienstag mitteilte.

Die Gesamtsituation zeige sich unverändert und verbleibe exzellent, schreibt die FHS. Mit einer Zunahme um 17,9 Prozent hätten die USA wieder ihre Führungsrolle unterstrichen. Hongkong als zweitwichtigster Exportmarkt der Schweizer Uhrmacher verbuchte dagegen «einen der seltenen Rückgänge» im April (-12,5 Prozent).

Nach sehr guten Resultaten im Februar und im März blieb Japan (&1,3 Prozent) klar hinter dem weltweiten Durchschnittswachstum. Als erfreulich bezeichnet FHS die Wachstumsraten in den europäischen Hauptmärkten: So resultierte in Italien ein Plus von 10 Prozent, in Frankreich gar von 14,4 Prozent (sda)

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