Börse: Schweizer Banken-Aktien stürzen ab
Aktualisiert

BörseSchweizer Banken-Aktien stürzen ab

Das US-Damoklesschwert, das über den Schweizer Banken schwebt, hinterlässt seine Spuren bei den Aktien. Um die Mittagszeit lag der CS-Kurs unter 20 Franken - der tiefste Wert seit 10 Jahren.

von
whr
Die Aktie der Credit Suisse ist unter Druck.

Die Aktie der Credit Suisse ist unter Druck.

Das Ultimatum der USA im Steuerstreit mit der Schweiz hat am Montagmorgen die Bankentitel schwer belastet. Kurz nach 11.00 Uhr notierten die Aktien der CS 7,35 Prozent im Minus, die der UBS 6,25 Prozent. Auch die Bank Julius Bär musste Federn lassen und verlor 5,89 Prozent. Der SMI büsste 3,17 Prozent ein.

Die USA setzen im Steuerstreit die Schweiz erneut massiv unter Druck und stellen ein Ultimatum. Bis Dienstag wollen die UWS-Behörden wissen, wie viele Steuersünder die Credit Suisse versteckt hielt. Doch auch andere Banken sind im Visier der USA. Der Fall könnte das UBS-Debakel weit übersteigen. Die US-Regierung hat 17 Grossbanken, darunter die CS, wegen unlauteren Hypothekengeschäften auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt.

Clariant im freien Fall

Der Schwergewichte-Index SMI (Swiss Market Index) notierte um 9.30 Uhr um 2,6 Prozent schwächer auf 5222 Zählern. Der SPI (Swiss Performance Index), welcher die Entwicklung am breiten Markt widerspiegelt, verlor 2,5 Prozent auf 4765 Zähler. Die Aktie von Clariant stürzte um 10,7 Prozent ab, nachdem der Chemiekonzern wegen der weltweiten Konjunkturabschwächung und der Frankenstärke eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.

Abgenommen hat auch die Risikobereitschaft der Anleger, entsprechend wurden einmal mehr die «sicheren Häfen» Franken und Gold angesteuert. Nach 8 Uhr stürzte der Euro von 1,1170 auf 1,1080 Franken ab, danach gewann er aber wieder auf 1,1140. Der Dollar notierte nach einem Taucher wenig verändert bei 78,9 Rappen.

Furcht vor Rezession in den USA

Aber auch die Furcht vor einer neuen Rezession in den USA hat am Montag die Aktienmärkte belastet. Anhaltende Sorgen über die Schuldenkrise in Europa drückte den Euro zudem im asiatischen Handel auf den tiefsten Stand seit drei Wochen.

In Tokio büsste der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 1,9 Prozent auf 8784 Zähler ein. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,8 Prozent auf 755 Punkte. Auch die übrigen asiatischen Märkte in Taiwan, Singapur, Hongkong und Shanghai gaben deutlich nach. Der Aktienmarkt in Seoul verzeichnete mit einem Minus von 4,4 Prozent die deutlichsten Verluste.

DAX auf Jahrestief

Getrieben von der Sorge um die Konjunktur und die Stabilität des Finanzsystems sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Montag in den Keller gerauscht. Gegen Mittag fiel der DAX auf 5.309 Punkte und damit auf ein neues Jahrestief. Die alte Marke hatte bei 5.345 Zählern gelegen. Besonders stark verloren die beiden grössten Banken im Leitindex, Deutsche Bank und Commerzbank.

(whr/sda)

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