Aktualisiert 30.06.2009 19:58

FinanzenSchweizer Banken flossen 58 Milliarden Neugelder zu

Die Zahlen der SNB beweisen es: Den Schweizer Banken fliesst ausländisches Kapital zu. Die Stabilität des Landes überzeugt die Kunden weiterhin, so ein Fachmann.

von
Werner Grundlehner

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat gestern Details zur Zahlungsbilanz vom ersten Quartal 2009 publiziert. Die Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren. Eine Ausnahme bildet der Kapital­verkehr mit den Banken. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind den Schweizer Instituten netto 58 Milliarden Franken zugeflossen – das sind 40 Milliarden mehr als im Vorjahr. Gemäss SNB hat das folgenden Grund: Ausländische Kunden schichteten ihre Treuhandanlagen, die im Ausland angelegt waren, in Bankeinlagen in unserem Land um. Banken­professor Martin Janssen überrascht dies nicht, denn die Schweiz geniesse eine relative Stabilität. «In unserem Land ist nur eine Bank in einer schwierigen Lage. In den USA und Deutschland sind es die meisten», sagt Janssen. Zudem sei die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland bei kürzeren Fristen kleiner geworden, so dass es weniger Grund gebe, Anlagen im Ausland zu ­suchen. Zudem hätten ausländische Anlagestandorte dieselben oder grössere Probleme als die Schweiz, so Janssen.

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