Aktualisiert 07.06.2012 05:08

Liquidator will GeldSchweizer Banken im Madoff-Sog

Im Zuge der Madoff-Affäre sind nun auch weitere Schweizer Banken ins Visier der Behörden geraten. Von drei Banken werden hohe Millionenbeträge gefordert.

Der Liquidator der Investmentfirmen des Anlagebetrügers Madoff hat am Mittwoch in New York eine Vielzahl neuer Klagen gegen Finanzinstitute eingereicht. Von den neuen Klagen betroffen sind mit der EFG Bank, der Bank Lombard Odier und der Waadtländer Kantonalbank auch drei Schweizer Banken.

Über Konten dieser Banken habe Madoff so genannte Feeder Fonds betrieben, die von den Kunden gespiesen wurden, wie der nach Madoffs Verurteilung mit der Abwicklung der Opferansprüche beauftragte Irving Picard in der Anklageschrift geltend macht.

Picard fordert, von der EFG Bank 354,9 Mio. Dollar einzuziehen. Bei Lombard Odier Darier Hentsch & Cie macht er 179,4 Mio. Dollar aus und bei der Waadtländer Kantonalbank rund 10 Mio. Dollar.

Da die Banken mit Madoffs Fonds Fairfield Sentry ein Erklärung unterzeichnet hätten, die die USA als Rechtsstand festlegt, müssten sie sich der Klage stellen, schreibt Picard in der Anklage.

UBS, CS und Julius Bär

Die drei Banken sind nicht die ersten Schweizer Finanzinstitute, die der Madoff-Liquidator in sein Visier nimmt. Im Dezember wurde eine Klage gegen die Credit Suisse und die Bank Julius Bär eingereicht. Und auch bei der UBS versucht Picard Geld einzutreiben - in erster Instanz hat eine Richterin sein Begehren allerdings abgelehnt.

Bernard Madoff war 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg tausende Anleger um geschätzte 65 Mrd. Dollar betrogen hatte. 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. (sda)

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