Schweizer Banken kosten zu viel
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Schweizer Banken kosten zu viel

Die Schweizer Banken haben im europäischen Vergleich zu hohe Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen. Die effizientesten Banker finden sich in Island.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie, welche die Kosteneffizienz von 51 Banken in 15 Ländern Europas untersucht hat.

Gemäss der Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little liegt die Schweiz bezüglich Kosteneffizienz ihrer Banken auf Platz 12 von insgesamt 15. An der Spitze der Rangliste des Ländervergleichs steht Island, gefolgt von Spanien und England, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Durchschnittlich verwenden die untersuchten europäischen Banken 58,6 Prozent ihrer Einnahmen zur Kostendeckung. In der Schweiz sind es 64,5 Prozent. Am wenigsten effizient arbeiten laut Studie die Banken in Deutschland (73,5 Prozent).

Europas effizienteste Bank ist die Banco Popular von Spanien. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen die isländische Icelandic Kapthing respektive die schwedische Svenska Handelsbanken.

CS und UBS auf den letzten Plätzen

Die Credit Suisse und die UBS gehören zwar weltweit zu den grössten Finanzdienstleistern. Was die Kosteneffizienz betrifft, liegen sie weit abgeschlagen auf dem 46. respektive dem 47. Platz. Beide verwenden knapp mehr als 70 Prozent der Einnahmen zur Kostendeckung.

Von den fünf untersuchten Schweizer Banken arbeitet die Raiffeisen am effizientesten (18. Platz in der Gesamtwertung). Auf Rang 27 liegt die Zürcher Kantonalbank und auf Rang 38 die Privatbank EFG International.

Das Geheimnis des Erfolgs der Banken auf den vordersten Plätzen liegt gemäss den Unternehmensberatern an verschiedenen gemeinsamen Merkmalen. Die topplatzierten Banken investierten beispielsweise breit in die Informationstechnologie und die Automatisierung. So könnten die Mitarbeiterkosten verringert werden.

Hohe Internetdichte senkt Kosten

Auch zentrale, gemeinsame Support-Stellen würden nicht nur helfen, Wissen zu teilen und Ressourcen effizient einzusetzen, sondern auch Kosten zu sparen.

Neben der Unternehmensorganisation haben aber auch externe Faktoren laut der Studie Einfluss auf die Kosteneffizienz der Banken. So profitieren namentlich die Institute im nördlichen Europa von einer hohen Verbreitung des Internets. Viele Kunden können so online bedient werden.

Die Internetdichte liegt in der Schweiz wie auch in Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Island demnach über dem europäischen Durchschnitt. Hingegen hat die Schweiz mehr Banken pro Einwohner als die meisten anderen europäischen Länder, wie es in der Studie weiter heisst. (sda)

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