Moody's: Schweizer Banken «stabil» statt «negativ»
Aktualisiert

Moody'sSchweizer Banken «stabil» statt «negativ»

Das Schweizer Bankensystem erhält wieder bessere Noten. Die schnelle Erholung der Wirtschaft und weniger Unsicherheiten bezüglich des Bankgeheimnisses haben dazu beigetragen.

Die Erwartungen für das Schweizer Bankensystem in den nächsten 12 bis 18 Monaten habe sich verbessert.

Die Erwartungen für das Schweizer Bankensystem in den nächsten 12 bis 18 Monaten habe sich verbessert.

Dem Schweizer Bankensystem geht es besser. Zu diesem Schluss kommt die Ratingagentur Moody's in ihrem am Dienstag veröffentlichten «Banking System Outlook». Moody's hat den Ausblick für das Rating der Schweiz von «negativ» auf «stabil» erhöht.

Die Erwartungen für das Bankensystem in den nächsten 12 bis 18 Monaten habe sich aus drei Gründen verbessert: die schnelle Erholung der Schweizer Wirtschaft, die reduzierte Unsicherheit bezüglich des Schweizer Bankgeheimnisses sowie die soliden Geschäfte der grossen Banken.

Von Finanzkrise am wenigsten getroffen

Die Schweiz gehöre in Europa zu jenen Ländern, die von der globalen Finanzkrise am wenigsten getroffen worden seien. Moody's erwartet deshalb ein weiteres Wirtschaftswachstum in der Schweiz und sehr tiefe Arbeitslosenzahlen. Zusammen mit den soliden Staatsfinanzen schaffe dies die Basis für ein stabiles Geschäftsumfeld für die Banken.

Belastend würden dagegen die relativ tiefen Margen im inländischen Bankengeschäft, ein mögliches Überhitzen auf einzelnen regionalen Immobilienmärkten und der starke Schweizerfranken wirken.

Verhandlungen mit Deutschland und Grossbritannien über eine Abgeltungssteuer hätten wichtige regulatorische Änderungen zur Folge. Dies reduziere die Unsicherheit in Bezug auf das Schweizer Bankgeheimnis. Die Vertrauenswürdigkeit könne somit aufrecht erhalten bleiben.

Verbesserte Kennzahlen

Ebenfalls positiv bewertet Moody's einzelne Kennzahlen der Banken. Die Profitabilität habe sich verbessert und befinde sich auf einem nachhaltigen Niveau. Die Banken würden zudem weitere Geldzuflüsse verzeichnen, die insbesondere dem Wachstum in aufstrebenden Ländern zu verdanken seien.

Auch der Interbank-Markt habe sich erholt. Zudem würden die von der Politik verlangten Liquiditätsanforderungen das System widerstandsfähiger machen, hiess es.

Im Unterschied zu den verbesserten Zukunftsaussichten für das gesamte System bleibt die Ratingagentur bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse vorsichtig. So stünden etwa das Trading- und Investmentbanking nach wie vor vor grossen Herausforderungen. Und die UBS müsse noch immer das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen.

(sda)

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