Aktualisiert 30.06.2016 11:36

Finanzplatz

Schweizer Banken verdoppeln Gewinn

Die Zahl der Schweizer Banken schrumpfte 2015 weiter, die meisten sind aber profitabel. Trotz tiefer Zinsen konnten die Banken auch im Zinsgeschäft die Erträge steigern.

von
rub
Die Grossbanken fuhren ausserordentliche Gewinne ein: Der Paradeplatz in Zürich mit den Sitzen von UBS und CS.

Die Grossbanken fuhren ausserordentliche Gewinne ein: Der Paradeplatz in Zürich mit den Sitzen von UBS und CS.

Keystone/Gaëtan Bally

Gemäss der Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) waren in der Schweiz 2015 noch 266 Bankinstitute gemeldet, nach 275 im Jahr zuvor. Vor zwanzig Jahren, 1996, reichten noch über 400 Banken der SNB ihre Jahresrechnung ein.

Von den 266 verbliebenen Banken erzielte im vergangenen Jahr die überwiegende Mehrheit einen Gewinn. Lediglich 38 Banken schrieben einen Verlust, wie die SNB in ihrem jährlichen Bericht «Die Banken in der Schweiz» festhält. Am Donnerstag erschien die 100. Ausgabe dieses Berichts.

Die Gewinne und Verluste aller Banken summierten sich auf 15,8 Milliarden Franken. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, als unter dem Strich lediglich 7,4 Milliarden Franken resultierten. Dies liegt gemäss Mitteilung der SNB massgeblich an hohen ausserordentlichen Erträgen der Grossbanken.

Zinsaufwände sinken stärker als Erträge

Wird das Geschäft der Banken genauer betrachtet, zeigt sich, dass das Inlandgeschäft im Vergleich zum ausländischen wichtiger wurde. Zudem nahmen die Banken trotz aussergewöhnlich tiefer Zinssätze im Zinsgeschäft mehr ein als 2014. Der Grund ist, dass die Zinsaufwände stärker zurückgingen als die Zinserträge. Weniger verdient haben die Banken mit dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft.

Auch bei der Bankenstatistik greift die neue Kommunikationsoffensive der SNB. Erst kürzlich hatte die Nationalbank die Lancierung einer App bekannt gegeben. Mit der Bankenstatistik liefert sie der Öffentlichkeit neu umfangreiches Datenmaterial, das auf data.snb.ch abgerufen werden kann. (rub/sda)

Mehr Beschwerden gegen Banken

2015 sind etwas mehr unzufriedene Bankkunden mit Beschwerden an den Ombudsman der Schweizer Banken gelangt als im Vorjahr. Die Zahl der behandelten Fälle stieg um 5 Prozent. Zahlreiche Reklamationen standen in Zusammenhang mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses. Dieser Schritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hatte Auswirkungen auf offene Transaktionen im Devisenhandel und auf verschiedene Bankprodukte. Auch die Abrechnung von Kreditkartentransaktionen in verschiedenen Fremdwährungen und die dafür angewandten Wechselkurse gaben zu Beschwerden Anlass.

Im Berichtsjahr 2015 wurden der Bankenombudsstelle 880 schriftliche Fälle sowie 1182 mündliche Anfragen unterbreitet, wie diese mitteilte. Rechne man die Fälle hinzu, die 2014 noch nicht abgeschlossen werden konnten, so wurden im letzten Jahr total 2103 Fälle behandelt. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 2002. In 88 Prozent der Fälle blieb der Streitwert unter 100'000 Franken, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. (sda)

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