Schweizer Bauwirtschaft im Krebsgang
Aktualisiert

Schweizer Bauwirtschaft im Krebsgang

Die Schweizer Bauwirtschaft befindet sich weiterhin im Krebsgang. Dramatisch ist der Einbruch im privaten Hochbau mit 15,6 Prozent.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres war die Bautätigkeit um 2,5 Prozent rückläufig, wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mitteilte.

Laut SBV entspricht der Rückgang im privaten Hochbau einem Volumen von 300 Millionen Franken. Nur 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau bewegte sich der Hochbau für öffentliche Auftraggeber. Insgesamt ist die öffentliche Hand für 44 Prozent der gesamten Bautätigkeit verantwortlich.

Der Tiefbau, der die NEAT mit einschliesst, lag um ein halbes Prozent über der Vorjahresvergleichsperiode. Der SBV äusserte sich aber skeptisch, ob die öffentliche Hand angesichts des Entlastungsprogramms des Bundes und der Sparbemühungen der Kantone und Gemeinden weiterhin konstant Aufträge erteilen werde.

Insgesamt habe sich der Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2003 um neun Prozent reduziert. Dadurch lag Ende September auch der Arbeitsvorrat um 6,6 Prozent oder 526 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Ins Gewicht sei hier ein Minus von sieben Prozent beim Tiefbau gefallen. Einen drastischen Einbruch von 23,8 Prozent oder 417 Millionen Franken erlitt der Auftragsbestand im öffentlichen Hochbau.

Die Entwicklung übertrug sich auch die Beschäftigungssituation im Bauhauptgewerbe. Der SBV schätzt noch 85.000 Vollbeschäftigte, was 6,3 Prozent weniger wäre als im Vorjahr. Bei den Lehrlingen belaufe sich der Rückgang auf 2,3 Prozent.

Die Aussichten in der Bauwirtschaft sind angesichts der positiveren Konjunkturprognosen wieder etwas besser. Für die Bauinvestitionen reicht die Bandbreite der Prognosen von minus 0,5 bis plus 1,0 Prozent. Immerhin werde der Wohnungsbau weiterhin zunehmen, hiess es. (dapd)

Deine Meinung