Neue Fischfamilie entdeckt: Dieser Fisch wurde nach Gollum benannt
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Neue Fischfamilie entdecktDieser Fisch wurde nach Gollum benannt

Ein Berner Biologe hat mit einem internationalen Team eine neue Fischfamilie entdeckt. Ausschlaggebend dafür war die Entdeckung des Gollum-Schlangenkopffisches. Benannt wurde das Tier nach der Figur aus «Herr der Ringe».

von
Raphael Casablanca
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Der Gollum-Schlangenkopffisch wurde erst kürzlich entdeckt.

Der Gollum-Schlangenkopffisch wurde erst kürzlich entdeckt.

Ralf Britz
Der Berner Biologe und Fischkurator des Naturhistorischen Museums Bern hat mit einem Forscher-Team herausgefunden, dass der Fisch zu einer neuen, bislang unbekannten Fischfamilie gehört.

Der Berner Biologe und Fischkurator des Naturhistorischen Museums Bern hat mit einem Forscher-Team herausgefunden, dass der Fisch zu einer neuen, bislang unbekannten Fischfamilie gehört.

Naturhistorisches Museum Bern
Der Gollum-Schlangenkopffisch oder Aenigmachanna gollum wurde nach der Figur Gollum aus «Herr der Ringe» benannt.

Der Gollum-Schlangenkopffisch oder Aenigmachanna gollum wurde nach der Figur Gollum aus «Herr der Ringe» benannt.

New Line Cinema

«Genau wie Gollum aus ‹Herr der Ringe› lebt die Fischart der Gollum-Schlangenkopffische in Höhlen im Untergrund», erklärt Dr. Lukas Rüber, Biologe und Fischkurator im Naturhistorischen Museum Bern. Erst kürzlich wurden die Fische in Südindien entdeckt. Auf den ersten Blick wirkten sie für die Forscher wie Vertreter der Familie der Schlangenkopffische.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie konnte der Berner Biologe mit einem internationalen Team jedoch zeigen, dass es sich um eine neue, bislang unbekannte Fischfamilie handelt. Die Studie wurde in der renommierten Zeitschrift «Nature» veröffentlicht. «Die Unterschiede waren so gross, dass wir die Gollum-Schlangenkopffische einer eigenen, neuen Familie, den Aenigmachannidae, zugeordnet haben», so Rüber.

Zufall sorgte für die Entdeckung

Unter Forschern sind diese Erkenntnisse ein grosses Ereignis: «Neue Fischfamilien werden nicht jeden Tag entdeckt», sagt der Berner. Der Fund der Gollum-Schlangenkopffische beruhe dabei auf einem Zufall: «Starke Regenfälle in Indien sorgten dafür, dass die Fische aus dem Untergrund auf die Reisfelder gespült wurden.» Ein fachkundiger Mann brachte die Tiere dann zu Forschern in Indien. Das Team rund um Rüber machte es sich zur Aufgabe, den Fisch genauer unter die Lupe zu nehmen.

In der Unterwasserwelt gebe es noch genug zu erforschen, sagt Rüber. «Jährlich werden zwischen 300 bis 500 neue Fischarten beschrieben.» Dies könne aber auch problematisch sein: «Gewisse Arten verschwinden, bevor wir sie entdecken können.»

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