12,1 Prozent mehr Todesfälle - Schweizer Bevölkerung wächst im Corona-Jahr trotz weniger Babys
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12,1 Prozent mehr TodesfälleSchweizer Bevölkerung wächst im Corona-Jahr trotz weniger Babys

Um 0,7 Prozent auf 8,7 Millionen wuchs die Schweizer Bevölkerung im vergangenen Jahr. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 76’000 an, während Eheschliessungen, Geburten und Scheidungen während der Pandemie zurückgingen.

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Die Schweizer Bevölkerung ist das letzte Mal vor zehn Jahren so wenig gewachsen. 

Die Schweizer Bevölkerung ist das letzte Mal vor zehn Jahren so wenig gewachsen.

20min/Simon Glauser
Rund 76’000 Menschen sind letztes Jahr gestorben. 

Rund 76’000 Menschen sind letztes Jahr gestorben.

20min/Michael Scherrer
Das sind 12,1 Prozent mehr als 2019. 

Das sind 12,1 Prozent mehr als 2019.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Die Schweizer Bevölkerung hat das kleinste Bevölkerungswachstum der letzten zehn Jahre verzeichnet.

  • 12,1 Prozent mehr Menschen sind 2020 gestorben.

  • Auch weniger Geburten und Eheschliessungen gab es im Corona-Jahr.

Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz umfasst insgesamt 8’667’100 Personen. Das sind 61’100 Personen oder 0,7 Prozent mehr als Ende 2019. Laut dem Bundesamt für Statistik handelt es sich um die schwächste Bevölkerungszunahme der letzten zehn Jahre.

Vergangenes Jahr sind in der Schweiz 76’000 Menschen gestorben, das sind 8200 mehr als im Vorjahr (Plus von 12,1 Prozent). Bei den Personen ab 65 Jahren stiegen die Todesfälle um 12,7 Prozent von 59’400 im Jahr 2019 auf 66’900 im Jahr 2020.

Im Jahr 2020 wanderten Schweizer Staatsangehörige im Vergleich zum Vorjahr häufiger ein (+6,7%) und weniger aus (minus 17,7 Prozent). Insgesamt wurden 163’000 Einwanderungen und 106’500 Auswanderungen verzeichnet.

Doch nicht so viele Corona-Babys

Die Anzahl Geburten in der Schweiz ging von 86’200 im Jahr 2019 leicht auf 85’500 zurück. Fast drei Viertel der Geburten erfolgten innerhalb einer Ehe, 27,6 Prozent waren nicht ehelich. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau lag 2020 bei 1,46.

Zwischen 2019 und 2020 sank die Lebenserwartung der Männer bei Geburt von 81,9 auf 81,1 Jahre, jene der Frauen von 85,6 auf 85,2 Jahre. Diese Abnahmen lassen sich mehrheitlich mit den steigenden Sterberaten im hohen Alter erklären.

Weniger Eheschliessungen und weniger Scheidungen

2020 wurden 34’900 Ehen geschlossen, das sind 10,4 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der Eheschliessungen ging generell zurück, sowohl zwischen Schweizer Staatsangehörigen (17’800; –5,2 Prozent) als auch zwischen ausländischen (5200; –15,6 Prozent) und zwischen gemischt-nationalen Paaren (11 900; –15 Prozent).

2020 wurden 16’100 Scheidungen ausgesprochen; dies entspricht einer Abnahme um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung stieg zwischen 2019 und 2020 von 15,4 auf 15,6 Jahre, was darauf hindeutet, dass sich mehr lang verheiratete Paare scheiden liessen.

Bei Fortsetzung der 2020 beobachteten Trends ist davon auszugehen, dass zwei von fünf Ehen irgendwann mit einer Scheidung enden.

(lub)

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