Aktualisiert 09.12.2007 12:57

Biathlon

Schweizer Biathleten so gut wie nie zuvor

Im Gegensatz zu den Langläufern wuchs die Schweizer Biathlon-Staffel am Sonntag über sich hinaus. Mit Rang 5 sorgten Simon Hallenbarter, Matthias Simmen, Claudio Böckli und Ivan Joller für das beste Schweizer Staffel-Resultat aller Zeiten.

Hochfilzen bleibt für die «Tellensöhne» ein gutes Pflaster. Ein Jahr nach dem historischen Podestplatz von Matthias Simmen im Sprint verbesserte die Staffel die bisherige Bestmarke vom Januar (6. Platz in Oberhof) um einen Rang. «Mir bedeutet dieser Erfolg so viel wie jener 3. Platz von Matthias», sagte der Schweizer Trainer Manfred Geyer. Disziplinenchef Markus Regli freute sich, dass der 5. Platz im Gegensatz zum 6. in Oberhof der Lohn für eine Schweizer Glanzleistung war und nichts mit schwachen Momenten anderer Teams zu tun hatte. «Sensationell», lautete Reglis Kommentar.

Nach drei von vier Abschnitten befand sich die Schweiz sogar stramm auf Podestkurs. Startläufer Hallenbarter und der im Schiessstand makellose Simmen übergaben jeweils an dritter Position; Böckli (zwei Nachlader) passierte hinter den überlegenen Norwegern und praktisch zeitgleich mit dem Russen Nikolai Kruglow als Zweiter. Schlussläufer Joller bekam es mit Dimitri Jaroschenko (Russ), den Olympiasiegern Michael Greis (De) und Vincent Defrasne (Fr) sowie dem stärksten Schweden (Carl Johan Bergman) zu tun. Der Stanser musste wie Hallenbarter vier Nachlader in Anspruch nehmen. Trotzdem hielt er dank grossem Kampfgeist zumindest Bergman in Schach.

«Ich hatte mit einer einstelligen Klassierung geliebäugelt», sagte Geyer. «Doch dann brachten alle ihr momentanes Maximum.» Beeindruckt hatte den Deutschen, wie die Jungen Böckli und Joller mit der Vorgabe der routinierten Teamleader Hallenbarter und Simmen umgingen und dem Druck standhielten. «Das war für mich die ganz grosse Überraschung.»

Dass Hallenbarter und Simmen jeweils zuerst laufen, hat gemäss Geyer auch einen kommerziellen Grund: Die Chancen auf ausgedehnte TV-Präsenz der Sponsoren sind so wesentlich grösser, was angesichts der vor allem in Deutschland hohen Einschaltquoten nicht irrelevant ist.

(si)

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