Kosten in Brauereien steigen : Schweizer Bier könnte wegen Ukraine-Krieg bald teurer werden

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Kosten in Brauereien steigen Schweizer Bier könnte wegen Ukraine-Krieg bald teurer werden

Die Ukraine ist eines der grössten Exportländer für Gerste. Da diverse Lieferanten aufgrund des Krieges Preisanstiege ankündigen, könnte das Bier nun auch für Konsumenten in der Schweiz teurer werden.  

von
Maria Warzinek
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Durch diverse äussere Einflüsse sind die Auslagen in den Schweizer Bierbrauereien angestiegen. Unter anderem ist der Krieg in der Ukraine dafür verantwortlich. 

Durch diverse äussere Einflüsse sind die Auslagen in den Schweizer Bierbrauereien angestiegen. Unter anderem ist der Krieg in der Ukraine dafür verantwortlich. 

Tamedia AG/Thomas Egli
Die Ukraine ist eines der wichtigsten Exportländer für Gerste. Neben Wasser, Hopfen und Hefe ist das eine der Grundzutaten für Bier.

Die Ukraine ist eines der wichtigsten Exportländer für Gerste. Neben Wasser, Hopfen und Hefe ist das eine der Grundzutaten für Bier.

Tamedia AG
Eine Einschätzung, inwiefern die Bierpreise ansteigen werden, sei gemäss Schweizer Brauerei-Verband erst im zweiten Halbjahr möglich. Dies sei abhängig davon, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt und wie die Ernte ausfällt.

Eine Einschätzung, inwiefern die Bierpreise ansteigen werden, sei gemäss Schweizer Brauerei-Verband erst im zweiten Halbjahr möglich. Dies sei abhängig davon, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt und wie die Ernte ausfällt.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts 

  • Diverse Brauereien haben mit höheren Kosten bei Rohstoffen, Transport und Energie zu kämpfen. 

  • Grund dafür ist unter anderem der Krieg in der Ukraine, eines der grössten Exportländer für Gerste. 

  • Trotz der grossen Vorräte in den Brauereien sind teilweise Preiserhöhungen in Planung. 

  • Der Schweizer Brauerei-Verband stellt schon seit längerem eine angespannte Beschaffungslage fest. 

Muss der Schweizer Konsument bald mehr für sein Bier bezahlen? Aufgrund diverser Einflüsse verzeichnen Bierbrauereien in der Schweiz höhere Kosten in der Produktion. Ob und wie lange ein Preisaufschlag zulasten der Kunden noch verhindert werden kann, scheint ungewiss. «Die Brauereien stellen schon seit längerer Zeit eine angespannte Beschaffungslage fest», so der Vorstand des Schweizer Brauerei-Verbandes gegenüber 20 Minuten.

Je unsicherer, je länger der Krieg dauert

Die Ursache sei neben der Corona-Pandemie und dem blockierten Suezkanal der Krieg in der Ukraine. Zwar sei die Abnahme von Rohstoffen aufgrund langfristiger Lieferverträge momentan noch gesichert, dennoch verstärke sich die Unsicherheit, je länger der Krieg andauert. Grund dafür: Die Ukraine ist eines der wichtigsten Exportländer für Gerste. Neben Wasser, Hopfen und Hefe ist das eine der Grundzutaten für Bier. Zudem machen die steigenden Energiepreise den Unternehmen zu schaffen.

In den einzelnen Betrieben versuche man schon seit längerem, sich auf Lieferengpässe vorzubereiten. So hat beispielsweise die Brauerei Locher in Appenzell ihre Lager bis auf das Maximum aufgefüllt, wie TVO berichtet.  Durch Hunderte zusätzlich gelagerte Flaschen soll das Schlimmste abgewehrt werden. Doch trotz der Sparmassnahmen und Vorbereitungen sei ein Preisaufschlag in den nächsten Monaten wohl nicht zu verhindern, so Aurèle Meyer, Geschäftsleiter der Brauerei Locher gegenüber dem Ostschweizer Fernsehsender. 

Situation könnte sich noch zuspitzen

Auch in der Brauerei Sonnenbräu wurde vorgesorgt und viele Flaschen wurden an Lager gekauft. «Das gibt uns ein bisschen Luft nach oben», sagt Geschäftsleiterin Claudia Keel-Graf. Deshalb warte man noch ab, die angefallenen Mehrkosten auf die Kundschaft abzuwälzen. 

Der Schweizer Brauerei-Verband könne den genauen Einfluss auf die Bierpreise per heute noch nicht einschätzen. Dies hänge vom Verlauf des Krieges, der neuen Erntemenge und den Entwicklungen der Energiepreise ab. «Die Eindeckung für 2023 ist noch unklar. Eine Einschätzung wird eher im zweiten Halbjahr möglich sein», so der Vorstand gegenüber 20 Minuten.  

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