Schweizer Bin Laden muss vor Gericht
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Schweizer Bin Laden muss vor Gericht

Der Schweizer Halbbruder von El-Kaida-Chef Osama bin Laden, Yeslam Binladin, muss sich wegen Rufschädigung vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Grund ist die Klage des Buchautors Jean-Charles Brisard.

Brisard hat als Privatermittler für die Familien der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gearbeitet. Er hatte in seinem Buch «Die verbotene Wahrheit. Die Verstrickung der USA mit Osama Bin Laden» den Halbbruder und Geschäftsmann Yeslam Binladin belastet, was mit zu Ermittlungen in Frankreich wegen des Verdachts auf Terrorfinanzierung führte.

Yeslam Binladin hatte darauf Anfang Dezember dem Magazin «VSD» gesagt, Brisard farbriziere Beweise gegen ihn. Ausserdem sei sein Buch in der Schweiz per Gerichtsbeschluss verboten worden. Dies wies Brisard zurück und klagte. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Der französische Untersuchungsrichter Renaud Van Ruymbeke hatte die Ermittlungen zu Terrorfinanzierung im Januar zu den Akten gelegt, weil die Schweiz die für eine weitere Untersuchung notwendigen Bankunterlagen verweigert.

Yeslam Binladen, der einen Schweizer Pass hat, war verdächtigt worden, 300 Millionen Dollar (371 Millionen Franken) aus der Schweiz nach Pakistan überwiesen zu haben, von der Osama bin Laden profitiert haben soll. Der Halbbruder bestreitet dies und gibt an, seit 1981 keinen Kontakt mehr zum Urheber der Terroranschläge vom 11. September 2001 gehabt zu haben.

(sda)

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