Zweierbob-Weltcup Park City: Schweizer Bobfahrer schnell unterwegs
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Zweierbob-Weltcup Park CitySchweizer Bobfahrer schnell unterwegs

Super Start für die Schweiz: Trotz einer gebrochenen Rippe gewann der Schweizer Steuermann Beat Hefti in Park City, Utah (USA), das erste Weltcup- Rennen der Olympia-Saison.

Mit dem Zweierbob dominierte Hefti die Konkurrenz und verwies das amerikanische Team mit dem Piloten Todd Hays um eine gute Zehntelsekunde auf den zweiten Platz. Mit Weltmeister Ivo Rüegg schaffte ein zweiter Schweizer den Sprung aufs Podest. Die dritte Schweizer Mannschaft mit Daniel Schmid an den Steuerseilen landete auf dem 13. Platz.

Der 31 Jahre alte Hefti trat erstmals mit dem ebenfalls aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden stammenden Hintermann Baumann zu einem Weltcup mit dem Zweierbob an. Der 24-jährige Baumann machte seine Sache gut. In beiden Durchgängen durchmassen die beiden Schweizer die 50 m lange Startspur am schnellsten. Auch bei allen Zwischenzeiten und zwei Mal im Ziel warteten Hefti/Baumann mit Bestmarken auf. Hefti bewies, dass er auch mit dem neuen, unter der Schirmherrschaft des Verbandes gebauten Schlitten gut zu Recht kommt.

Hefti, der im vergangenen Winter die Saisonwertung mit dem kleinen Schlitten für sich entschieden hatte, errang seinen zweiten Weltcup-Erfolg nach jenem im November des vorigen Jahres in Winterberg (De). Er startete in Park City trotz der gebrochenen Rippe. Die Verletzung hatte der frühere Anschieber bei einem Sturz im Olympiatraining vor gut zwei Wochen in Whistler (Ka) erlitten. Nach dem Malheur wurde die Steuerung von Heftis Bob modifiziert. «Jetzt liegt mir der Schlitten immer besser in der Hand. Es ist schon beruhigend, schon zu Beginn der Saison ganz weit vorne zu sein», sagte Hefti.

«Die Schmerzen waren im Rennen zum Aushalten», sagte Hefti weiter. Er trug zusätzlich einen Gurt unter dem Dress, auf den Einsatz von Schmerzmitteln verzichtete er. «So schnell wird die Verletzung nicht abklingen, aber ich jammere deswegen nicht. Schlafen kann ich ganz gut, und auch im athletischen Training geht es immer besser.» Hefti fliegt am Sonntag Ortszeit zurück in die Schweiz. Wegen der Verletzung lässt er die in einer Woche auf der ruppigen Bahn von Lake Placid (USA) stattfindenden Weltcup-Rennen aus.

Ein sehr ordentlicher Saisonstart gelang auch Ivo Rüegg (38). Der Ausserschwyzer erreichte die höchste Geschwindigkeit des Tages. Dank dem Speed in der Bahn vermochte Rüegg den am Start eingehandelten Rückstand nahezu wettzumachen.

Mit seiner Routine meisterte Rüegg auch einen Zwischenfall zu Beginn des ersten Durchgangs. Das Handy eines Zuschauers war unmittelbar nach Rüeggs Start mitten auf die Spur gefallen, mit etwas Glück glitt der Bob aber nebem dem auf dem Eis liegenden Gerät vorbei.

Sechs Hundertstel fehlten Rüegg und Anschieber Cédric Grand schliesslich zum zweiten Platz. Sicher im Griff hatte der Tuggner aber den aus Utah stammenden Viererbob-Weltmeister Steven Holcomb, der auf seiner Heimbahn nur Vierter wurde. Der Kanadier Pierre Lueders, mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger 1998, musste sich mit dem neunten Rang begnügen. Der deutsche Star Andre Lange, der sich mit Problemen in den Adduktoren herumschlägt, büsste noch ein Hundertstel mehr als Lueders auf Hefti ein und wurde nur Zehnter.

(si)

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