Schweizer Börse auf breiter Front schwächer
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Schweizer Börse auf breiter Front schwächer

Verluste auf breiter Front haben heute die Schweizer Börse geprägt. Negative Unternehmensergebnisse aus dem Inland und später auch aus dem Ausland und der steigende Ölpreis setzten die Aktien unter Druck.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,5 Prozent tiefer auf 7543,67 Punkten. 15 der 20 Bluechips gaben nach und vier legten zu. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,32 Prozent auf 6330,78 Zähler.

Die von SMI-Unternehmen vorgelegten Quartalsergebnisse wurden mehrheitlich als ungenügend taxiert. Vor allem die Finanzwerte gerieten unter Druck, der sich noch verstärkte, als vor Beginn des Aktienhandels in den USA der grösste Hypothekenfinanzierer Fannie Mae einen Milliardenverlust meldete und eine Kürzung der Dividende und eine Kapitalerhöhung ankündigte.

«Die Ergebnisse zeigen alle in die gleiche Richtung. Die Unternehmen werden in der nächsten Zeit nicht mehr so viel verdienen wie bisher. Das heisst nicht, dass sie Geld verlieren, aber sie gewinnen eben nicht mehr so viel. Damit ist die Bewertung vieler Firmen einfach zu hoch», sagte ein Händler.

UBS und Swiss RE im Fokus

Im Zentrum des Interesses standen die Aktien der Grossbank UBS und des Rückversicherers Swiss Re, die beide knapp fünf Prozent einbüssten. Der UBS-Quartalsbericht wurde zwar insgesamt als wenig überraschend beurteilt. Negativ sei der Geldabfluss im Asset Management, der zeige, dass das Image etwas angekratzt sei.

Der Abschluss von Swiss Re lag unter den Markterwartungen. Vor allem neue Abschreibungen auf strukturierten Papieren und der starke Anstieg der Combined ratio wurden als Schwachpunkte hervorgestrichen.

Zunehmend unter Abgaben litten auch die Aktien von Swiss Life, die zwei Prozent verloren. Der Lebensversicherer leidet unter der schwachen Börse. Es wurden erstmals Quartalszahlen veröffentlicht.

Auch die Aktie des Personaldienstleisters Adecco, die zunächst deutlich zugelegt hatte, verlor 2,6 Prozent. «Das Ergebnis ist tatsächlich gut, aber das Unternehmen hat sich nach dem guten Start in 2008 vorsichtig für das ganze Jahr geäussert», sagte ein Händler.

Holcim unter Erwartungen

Der Zementkonzern Holcim vermochte laut ZKB die hohen Erwartungen nicht ganz zu erfüllen. Die hohen Energie- und Transportkosten drückten die Margen, hiess es. Auf Stufe Reingewinn übertraf Holcim die Markterwartungen. Die Aktie sackte um zwei Prozent ab.

Deutliche Einbussen erlitten auch die Titel von Givaudan, die 2,8 Prozent auf 991 Fr. sanken. Die Gewinnwarnung der Rieter Holding, deren Aktien deswegen um 3,6 Prozent abstürzten, zog auch den Kurs anderer Industriewerte in Mitleidenschaft.

So schwächten sich die Aktien von Fischer, Schindler und Schlatter ebenfalls ab. Auch der Kunststoffspezialist Quadrant spürt das nachlassende Autogeschäft und leidet unter der Währungsentwicklung. Die Ergebnisse lagen daher etwas unter den Erwartungen. Die Aktie verlor 3,6 Prozent auf 134.20 Franken.

Unter den defensiven Werten schlugen sich die Papiere von Nestlé und Novartis mit geringen Abschlägen besser als der Gesamtmarkt. Der Genussschein von Roche litt dagegen unter einem Minus von 2,4 Prozent.

(sda)

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