Finanzkrise: Schweizer Börse auf Tal- und Bergfahrt
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FinanzkriseSchweizer Börse auf Tal- und Bergfahrt

Der SMI widersetzt sich dem weltweiten Negativtrend an den Börsen. Der Index dreht nach einem heftigen Taucher ins Plus. Die UBS hat leicht verloren, der ganz grosse Ausverkauf scheint aber auszubleiben.

An der Schweizer Vorbörse stürzten die Aktien nach dem Nein des US-Repräsentantenhauses zum Rettungsplan ab. Der Swiss Market Index (SMI) eröffnete bei 6.361,52 Punkten. Das sind 2,13 Prozent weniger als am Montagabend. Nach dem ernüchternden und turbulenten Start drehte der SMI aber wieder ins Plus: Im Verlauf der ersten Handelsstunde erholte sich die Börse von dem Kaltstart und pendelt seit 10 Uhr zwischen plus 0,5 und 1 Prozent bei rund 6.550 Punkten. Weil die Schweiz am Vortag bereits gegen fünf Prozent eingebüsst hatte, brauchte es keine Kurskorrektur mehr, so Insider. Analysten erwarteten, dass sich der SMI weiter erholen könnte, sollte er das Niveau von etwa 6.600 Zählern überwinden.

Der Sprung ins Wasser fiel für beinahe alle Marktteilnehmer sehr kalt aus. Doch im Verlauf der ersten Handelsstunde lösten sich alle Werte von ihren Tiefstständen und erholten sich, drehten teilweise sogar ins Plus. Luft verschafften dem Markt vor allem die Schwergewichte Nestle , Novartis und Roche , die teils deutlich in die Gewinnzone vorrückten.

Die UBS verliert zu Handelsbeginn in wenigen Minuten sechs Prozent ihres Wertes. Dann erleben Aktienbesitzer ein Wechselbad der Gefühle. Zeitweise über 1 Prozent im Plus, notiert die Aktie wieder mit 1,27 Prozent im Minus. Noch stärker als die UBS traf es die Privatbank Julius Baer. Zur Börseneröffnung sackte der Titel um über 8 Prozent weg, zur Zeit liegen die Verluste bei rund 5,65 Prozent. Credit Suisse stehen zur Zeit bei einem Plus 1,37 Prozent.

Erheblich geringer waren bis dahin die Kursverluste der Versicherungswerte. Ausserhalb des Finanzsektors büssten Swisscom bis am Vormittag 2,0 Prozent ein und gehörten damit ebenfalls zu den grossen Verlierern im SMI.

Dax verkriecht sich im Bau

Im Sog des dramatischen Kursabsturzes in New York brach auch der Deutsche Aktienindex (DAX) weiter ein. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer verlor am Morgen bis zu 2,6 Prozent und stand, anders als der SMI, auch am Vormittag noch um ein Prozent im Minus. Abermals waren Finanztitel quasi im freien Fall: Die Commerzbank verlor 14,6 Prozent, die Deutsche Bank 4,2 Prozent, die Allianz 3,8 Prozent.

Tiefster Tagesverlust der Geschichte

Nach dem Scheitern des Rettungspakets für die Finanzbranche im US-Repräsentantenhaus hatte der US-Leitindex Dow Jones am Montag den höchsten Tagesverlust der Geschichte von 777 Punkten erlitten.

Der Dow Jones verlor beinahe 7 Prozent. Die asiatischen Börsen konnten sich dem negativen Sog aus Amerika nicht entziehen: Der Nikkei verlor 4,12 Prozent und ging beim Stand von 11 259,86 Punkten aus dem Markt.

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