Finanzkrise: Schweizer Börse gerät wieder auf die schiefe Bahn
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FinanzkriseSchweizer Börse gerät wieder auf die schiefe Bahn

Die Schweizer Aktienkurse sind auf breiter Front in die Tiefe gestürzt. Der Blue-Chips-Index SMI stand zeitweise fast vier Prozent tiefer als Ende letzter Woche und schloss mit minus 3,23 Prozent. Schwer wogen die Verluste Roche und Novartis. UBS erreichte neue Tiefstwerte.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Schluss bei 5.646,43 Zählern, 3,23 Prozent tiefer als letzten Freitagabend. Angeführt wurde die Verliererliste im SMI von Swatch mit minus 8,2 Prozent, Swiss Re mit minus 8,13 Prozent, Nobel Biocare mit 7,1 Prozent und Credit Suisse mit 6,24 Prozent. Die UBS -Aktien erreichten zeitweise den neuen absoluten Tiefstkurs von 13,51 Franken ab und standen bei Börsenschluss mit 13,75 Franken 5,17 Prozent tiefer. Schlecht schnitten die Pharmariesen Roche und Novartis mit minus 4,65 beziehungsweise 3,06 Prozent ab. Nestle verlor 2,06 Prozent. Nur gerade zwei Blue Chips gehörten nicht zu den Verlierern: Baloise gewann 1,88 Prozent, und Actelion hielt sich auf dem Schlusskurs von letztem Freitag.

Wenig besser als dem SMI erging es in Frankfurt dem Deutschen Aktienindex (DAX). Er stand am Abend mit 4.557,27 Zählern um 2,3 Prozent tiefer als am Ende der Vorwoche. In Paris ermässigte sich der CAC 40 um 3,32 Prozent. In London gab der FTSE 100 um 2,38 Prozent nach. An der Wall Street in New York stand der Dow-Jones-Index ausgewählter Industriewerte am frühen europäischen Abend bei 8.480 Zählern und damit um 0,2 Prozent tiefer. Ende letzter Woche hatte er um 3,8 Prozent im Minus geschlossen.

Zuvor hatten sich die Märkte in Asien erstaunlich robust gezeigt, obwohl Japans Wirtschaft offiziell in einer Rezession steckt. Der Nikkei-Index in Tokio verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 8.522,58 Zähler. In Hongkong blieb der Hang-Seng-Index praktisch stabil.

Hoffnungen auf mehr staatliche Beihilfen hätten sich nach dem G-20-Finanzgipfel vom Wochenende zwar verstärkt, doch herrsche bei den Anlegern gleichzeitig eine gewisse Enttäuschung über die relativ vagen Ausführungen der Finanzminister. Die Unsicherheit sei nach wie vor gross, schrieb die Bank Vontobel. Nach wie vor würden schlechte Nachrichten kaum abgefedert, die Wirksamkeit von Zinssenkungen und Liquidität verpuffe zumindest kurzfristig. Die St. Galler Privatbank Wegelin traut den Märkten noch keinen Hausse-Marathon zu.

(dapd)

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