Schweizer Börse holt Atem
Aktualisiert

Schweizer Börse holt Atem

Die Schweizer Börse hat heute nach der jüngsten Erholungsphase eine Atempause eingelegt und schwächer geschlossen. Fehlende Anschlusskäufe und anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise drückten auf die Stimmung.

Diese Faktoren lösten Gewinnmitnahmen aus, sagten Händler. Verstärkt wurde die Tendenz durch den eher missglückten Start in die Quartals-Berichtssaison in den USA. Auch die anstehende Veröffentlichung der jüngsten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank war für Marktteilnehmer ein Grund zu Zurückhaltung, und der Handel verlief in insgesamt ruhigen Bahnen.

Der Leitindex SMI schloss um 0,93 Prozent tiefer auf 7568,14 Punkten. 17 der 20 Bluechips gaben nach und drei legten leicht zu. Der breite, dividendenbereinigte SPI büsste 0,73 Prozent auf 6232,22 Zähler ein.

Händler sagten, möglicherweise sei der Auftakt der US- Berichtsaison ein Hinweis darauf, dass auch die meisten anderen Unternehmen enttäuschen könnten. Daher stünden nun die Ergebnisse von General Electric und einzelner US-Grossbanken in der nächsten Zeit im Vordergrund.

IWF-Bericht schürt Ängste

Zudem liess auch ein Bericht des IWF über die Finanzkrise aufhorchen. So befürchtet der IWF als Folge der Krise am US- Hypothekenmarkt und anderen Teilen der Kreditmärkte Verluste von nahezu einer Billion Dollar.

Die Aktien der Grossbank UBS setzten trotz dieser Prognosen die Erholung fort. Seit dem Tiefpunkt haben sich die UBS-Aktien wieder über 40 Prozent erholt. Sie legten nun um 0,7 Prozent auf 35.64 Fr. zu.

Nach Merrill Lynch, die am Vortag die Aktie auf ihre «Europe 1 List» gesetzt und zum Kauf empfohlen hatte, folgte mit Morgan Stanley ein weiterer US-Broker mit einer Hochstufung.

Die Aktien von Zurich dagegen verloren 4,6 Prozent oder 15.50 Fr. auf 318.75 Franken. Zurich wurden allerdings ex-Dividende von 15 Fr. gehandelt.

Ebenfalls ex-Dividende von 28 Fr. gehandelt wurde die Aktie von Sulzer. Sie büsste 90 Fr. auf 1240 Fr. ein. Händler sagten, Sulzer- Aktien, die bereits am Vortag Terrain verloren hatten, litten darunter, dass das Unternehmen am Vortag einigen Analysten signalisiert habe, dass ihre Schätzungen zu hoch seien. An der eigenen Prognose habe die Firma nichts geändert, erklärte Sulzer am Vortag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Vorteilhaft für Nestlé

Eine ähnliche Entwicklung wie am Vortag zeigten auch die Aktien von Nestlé und Novartis. Erneut gaben Novartis 1,7 Prozent nach, während Nestlé leicht zulegten. Die beiden Unternehmen hatten am Vortag bekanntgegeben, dass Novartis für 39 Mrd. Dollar die Mehrheit am Augenheilkunde-Weltmarktführer Alcon von Nestlé übernimmt.

Im Markt hiess es, die Transaktion sei vor allem für Nestlé vorteilhaft. Im Sog von Novartis gab auch der «Bon Roche» nach.

Die Aktien des Dentalimplantateherstellers Nobel Biocare verloren 5,6 Prozent. Die Aktie litt laut Händlern unter Verkäufen von Londoner Marktteilnehmern. Dazu kommt, dass die Deutsche Bank die Aktie zwar weiter zum Kauf empfiehlt, aber das Kursziel gesenkt hat. Im Sog von Nobel büssten auch Straumann 1,6 Prozent ein.

Enttäuschende Ergebnisse von US-Technologieunternehmen belasteten auch Schweizer Unternehmen wie Logitech, Kudelski oder AMS. Gut vier Prozent schwächer waren auch Ascom.

(sda)

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