Schweizer Börse international gut im Rennen
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Schweizer Börse international gut im Rennen

Die Schweizer Börse SWX hat 2003 ihre Position unter den europäischen Finanzplätzen gefestigt. Zwar waren die Handelsumsätze leicht rückläufig, der Gewinn wurde aber auf 42,3 Millionen Franken gesteigert.

Die Leistung der virt-x-Plattform soll ausgebaut werden, um den Alleingang weiterhin zu ermöglichen.

Die SWX nützte im vergangenen Jahr ihren Handlungsspielraum und unternahm Anstrengungen zur Stärkung ihrer Position im internationalen Wettbewerb der Finanzplätze, wie Verwaltungsratspräsident Reto Francioni am Donnerstag in Zürich an der Jahresmedienkonferenz sagte. Auf der Ertragsseite der SWX führten die Anstrengungen trotz leicht rückläufigen Volumina im Schweizer Handel mit Aktien, Obligationen, Derivaten und Fonds zu einem Reingewinn von 42,3 Millionen Franken. Die Steigerung von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wäre noch höher ausgefallen, wenn die SWX ihren Teilnehmern nicht eine einmalige Rabattzahlung von insgesamt 15 Millionen Franken zurückerstattet hätte.

Konsolidierung und Expansion bildeten die Strategie des vergangenen Jahres. Die im April 2003 zu 100 Prozent übernommene Londoner Handelsplattform virt-x sei mittlerweile gut positioniert, sagte der Vorsitzende der SWX Gruppe, Jürg Spillmann. Die Kontrolle über den Handel der SMI-Titel sei zurück gewonnen worden; 89 Prozent der Schweizer Blue Chips werden zur Zeit über die virt-x gehandelt. Im ersten Quartal 2004 habe die virt-x erstmals auch wieder schwarze Zahlen geschrieben, so Spillmann. Jetzt sollen Investitionen getätigt werden, um die Plattform und ihre Leistungsfähigkeit weiter auszuweiten. Geplant ist die technische Zusammenführung der bislang zwei Plattformen für schweizerische und internationale Finanzinstitute, wodurch sich Kostensenkungen für die SWX wie auch für die Teilnehmer ergeben.

Expandiert wurde mit der Eurex, gemäss Spillman die profitabelste Derivatbörse der Welt. Die Produktepalette wurde ausgebaut. Im Februar nahm die Eurex in den USA den Handel von Treasury Futures und Optionen auf Futures auf. Der Zusammenarbeitsvertrag mit der Deutschen Börse für die gemeinsam betriebene Derivatbörse Eurex wurde um zehn Jahre verlängert. 2003 erhöhte sich das Handelsvolumen der Eurex um gut ein Viertel auf 1,015 Milliarden gehandelte Kontrakte.

Auf Grund dieser Positionierung sei die SWX in der Lage, den Konsolidierungsprozess der europäischen Börsen an vorderster Front mitzugestalten, so Francioni: «Die Gruppe steht nicht zum Verkauf.»

Die SWX nahm auch eine Neu-Gliederung ihrer Index-Struktur in Angriff. Am Donnerstag wurde der neue Index SPI Extra lanciert. Er soll Beobachtern als Benchmark der Small und Mid Caps dienen. Weitere Indizes sollen im Jahresverlauf folgen, so für den Bereich Life Sciences sowie für Bio- und Medtech-Unternehmen. (dapd)

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