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Schwache DatenSchweizer Börse mit Fehlstart ins neue Jahr

Der Swiss Market Index (SMI) verlor beinahe zwei Prozent. Händler sprechen von einem fast «historisch schwachen Jahresauftakt».

Nervosität an der Börse: Der Swiss Market Index (SMI) verlor 1,83 Prozent auf 8656,31 Punkte.

Nervosität an der Börse: Der Swiss Market Index (SMI) verlor 1,83 Prozent auf 8656,31 Punkte.

Keystone

Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Jahresauftakt 2016 einen veritablen Fehlstart hingelegt. Ein Kurssturz an den Börsen Asiens verhagelte den Beginn des neuen Handelsjahres. Ausgelöst wurde dieser von schwachen Daten zu den Industrieaktivitäten Chinas.

Für zusätzliche Nervosität sorgten die Spannungen im Nahen Osten mit dem eskalierenden Streit zwischen Saudiarabien und dem Iran. Die Gewinne der kleinen Kursrally vom Vorjahresende sind damit wieder verloren.

Auch an weiteren wichtigen Handelsplätzen gerieten die Kurse auf breiter Front ins Rutschen. Der deutsche Dax beispielsweise brach über 4 Prozent ein. Das US-Leitbarometer Dow Jones Industrial stand zum Schweiz-Schluss 2,4 Prozent tiefer. «Ein fast schon historisch schwacher Jahresauftakt», sagte ein Händler.

Starke Abgaben bei Swatch und Richemont

Der Swiss Market Index (SMI) verlor 1,83 Prozent auf 8656,31 Punkte. Mit den Verlusten nahm auch die Volatilität deutlich zu: Der VSMI stand zum Handelsende fast 21 Prozent höher. Beim breiten Swiss Performance Index (SPI) betrug das Minus 1,81 Prozent auf 8929,25 Zähler. Alle 30 Blue Chips schlossen im roten Bereich.

Starke Abgaben verzeichneten die Aktien der beiden Luxusgüterkonzerne Swatch (-4,2 Prozent) und Richemont (-3,1 Prozent). Diese litten unter der ausgeprägten Wachstumsschwäche in China. Das Land ist die mit Abstand wichtigste Exportdestination der hiesigen Luxusgüter- und Uhrenindustrie.

Viele zyklische Papiere verkauft

Die Schindler-Papiere büssten gar 4,9 Prozent ein und schlossen damit auf dem letzten Rang in der SMI/SLI-Tabelle. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hatte am Morgen den Abschluss seines Aktien-Rückkaufprogramms per Ende 2015 gemeldet. Dass vorläufig kein neues Rückkaufprogramm beschlossen wurde, werde als belastend angesehen, hiess es im Handel. Zudem wurde auf die Sorgen um China verwiesen. Das Land ist für Schindler und die Bauindustrie allgemein ein sehr wichtiger Markt.

Auch andere zyklische Papiere wurden am Montag verkauft: So verloren die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim 3,4 Prozent, jene des Industriekonzerns ABB 2,9 Prozent, die des Stellenvermittlers Adecco 2,8 Prozent und die des Warenprüfkonzerns SGS 2,7 Prozent.Rollt auf CS und UBS Klagewelle deutscher Kunden zu?

Deutlich nach unten ging es auch mit den Finanzvaloren, allen voran beim Versicherer Zurich mit -3,2 Prozent. Die Titel der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS gaben um 2,5 Prozent, beziehungsweise 2,4 Prozent nach. Der Wochenendpresse zufolge könnte auf die beiden Institute eine Klagewelle mit Forderungen deutscher Schwarzgeldkunden zurollen. Diese würden zu viel gezahlte Provisionen einfordern, so genannte Retrozessionen. Die Rede ist von «mehreren Milliarden Franken», welche die Schweizer Banken pro Jahr zu viel einkassiert hätten.

Die Aktien der Bank Julius Bär schlossen mit -2,4 Prozent ebenfalls im Mittelfeld. Die «Bären» hatten zum Jahresende im US-Steuerstreit eine Grundsatzvereinbarung gemeldet und die Rückstellungen erhöht. Die Aktien hatten daraufhin am letzten Handelstag 2015 deutlich zugelegt.

Die schwergewichtigen Defensiven Roche (-1,2 Prozent), Novartis (-1,4 Prozent) und Nestlé (-1,3 Prozent) verhinderten ein stärkeres Abgleiten des Gesamtmarktes. Auch Swisscom schnitten mit Einbussen von -1,5 Prozent verhältnismässig gut ab. (sda)

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