Aktualisiert 24.01.2008 19:16

Schweizer Börse mit Kurssprung

Gestern flop, heute top: Die Schweizer Börse hat am Donnerstag mehrere Prozent zugelegt. Gesucht waren vor allem Aktien von Banken und anderer zuletzt stark gefallener Unternehmen. Experten glauben aber noch nicht an eine anhaltende Hausse.

Als Auslöser für die kräftige Erholung führten Händler vor allem die starke Gegenbewegung bei den amerikanischen Aktien an. Technische Faktoren wie Deckungskäufe oder Kauflimiten sowie Hoffnungen auf eine weitere US-Zinssenkung verstärkten den Trend.

Dazu kamen Spekulationen auf staatliche Hilfe für die angeschlagenen US-Anleihenversicherer und eine Reihe positiver Konjunkturdaten und Unternehmensergebnisse aus dem Ausland.

Ob die Erholung allerdings nachhaltig sein wird, dürfte davon abhängen, ob es in den kommenden Tagen zu Anschlusskäufen kommt. Dies wiederum hängt wie so oft von der Entwicklung in den USA ab. «Auf jeden Fall dürfte es wie auf einer Achterbahnfahrt weitergehen. Der Markt wird volatil bleiben», sagte ein Händler.

SMI und SPI gewinnen über vier Prozent

Der Standardwerteindex SMI schloss um 4,55 Prozent höher auf 7691 Punkten nach einem Tageshoch auf 7718 Zählern. Alle 20 Bluechips legten zu. Der breite SPI stieg um 4,26 Prozent auf 6226 Punkte.

Wie in den USA am Vortag legten vor allem die Aktien der Banken und Versicherungen kräftig zu. Die Erholung wurde von der Mitteilung, dass die französische Grossbank SocGen einem mutmasslichen Betrug eines Händlers zum Opfer gefallen ist und rund fünf Milliarden Euro abschreiben muss, nicht gestört.

Es war eher das Gegenteil der Fall. Einige Händler vermuteten, dass die jüngsten Kursrückgänge an europäischen Börsen mehr mit Aufräumaktionen bei der französischen Bank als mit einer schlechten und krisenhaften Marktsituation an sich zu tun gehabt haben könnten.

«Auf jeden Fall, der Verlust bei SocGen ist ein auf die Bank isoliertes Phänomen und nicht ein Systemproblem», sagte ein Händler. Dies sei mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen worden. Die Aktien von Credit Suisse, Julius Bär und UBS gewannen bis zu neun Prozent.

Geldspritzen für Kreditversicherer?

Auch die Versicherer profitierten von der Entwicklung in den USA, wo Spekulationen, die Kreditversicherer könnten staatliche Geldspritzen erhalten, den Druck von dem Sektor nahmen.

Die Aktien von Swiss Life, Bâloise und Zurich stiegen rund sieben Prozent und die des Rückversicherers Swiss Re gewannen gar neun Prozent. Swiss Re würden weiter von dem am Vortag bekanntgewordenen Einstieg des US-Investors Warren Buffett getrieben.

Zu den grössten Gewinnern zählten auch die Aktien, die früher in die Höhe gejubelt worden waren und deren Kurswert zuletzt auch stark korrigiert hatten. Dazu zählten unter anderem Schmolz&Bickenbach, Micronas und Meyer Burger. Kräftige Gewinne sahen auch Oerlikon, ABB, Richemont und Holcim.

Auch die Adecco-Aktien legten gut sieben Prozent auf 55,30 Fr. zu. Die Aktien des Anlagenbauers Georg Fischer schlossen um acht Prozent schwächer auf 478 Fr. nach einem Tagestief bei 455 Franken. Die Firma kündigte an, nach Rückstellung für Produktionsprobleme in einem österreichischen Werk werde der Reingewinn 2007 unter den im Vorjahr erreichten 249 Mio. Fr. zu liegen kommen. (sda)

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