Schweizer Börse schwächer - Nestlé unter Druck
Aktualisiert

Schweizer Börse schwächer - Nestlé unter Druck

Die Schweizer Börse hat die Vortagesgewinne verdaut und tiefer geschlossen. Die höchsten Verluste unter den Standardwerten verzeichneten Nestlé, nachdem Paul Bulcke und nicht Paul Polman zum neuen CEO bestellt wurde.

Dagegen machten die Banken einen Teil der frühen Verluste nach der Bekanntgabe des guten Ergebnisses der US-Bank Goldman Sachs wett.

Der Leitindex SMI schloss um 1,22 Prozent tiefer bei 8896,72 Punkten. Von den 25 SMI-Titeln notierten 23 schwächer, einzig Swisscom und Richemont lagen etwas höher. Am Vortag war der SMI 2,6 Prozent gestiegen. Der breite SPI sank 1,23 Prozent auf 7218,82 Zähler.

Ein grosser Teil des Anstiegs vom Vortag wurde von Händlern auf Deckungskäufe und verfallsbedingte Anschaffungen zurückgeführt. Viele Marktteilnehmer seien nicht auf eine solche Bewegung vorbereitet und daher nicht ganz richtig positioniert gewesen.

Am Freitag ist der grosse Quartals-Verfallstermin an der Eurex und auch zahlreiche andere Derivate laufen aus. Auch die Charttechnik spreche für nachgebende Kurse. Um 9000 Punkte sei «einfach der Deckel drauf», sagte ein Händler.

Nestlé taucht

Nestlé verloren 3,6 Prozent. Händler sagten, vor allem ausländische Adressen hätten auf Paul Polman gesetzt. «Und nun haben sie Angst, dass er den Konzern wieder verlassen könnte», sagt ein Händler.

Gewinnmitnahmen belasteten in erster Linie die Banken, die am Vortag noch vier Prozent oder mehr gewonnen hatten. Die Kreditproblematik sei trotz US-Zinssenkung nicht ausgestanden, sagten Händler und verwiesen auf die jüngsten Äusserungen von Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank.

Erst mit der Bekanntgabe des Ergebnisses von Goldman Sachs setzte eine Erholung ein. Das Ergebnis von Bear Stearns wurde als schlechter als erwartet taxiert, hatte aber keinen Einfluss mehr. UBS, Credit Suisse und Vontobel aber auch Julius Bär oder die Deutsche Bank konnten sich von den Tiefstkursen lösen.

Petroplus deutlich schwächer

Zu den grössten Verlierern zählten Petroplus, die zeitweise über 8 Prozent einbrachen und zuletzt noch um 5,5 Prozent im Minus lagen. Die Aktien waren am Vortag um 7 Prozent gestiegen.

Händler erwähnten eine Analysten-Studie, in der auf den Einfluss der steigenden Ölpreise auf die Ertrags- und Kostensituation des Raffinerieunternehmens hingewiesen werde. Ein Sprecher des Unternehmens wies Marktspekulationen zurück, dass die Firma erneut Analysten gegenüber die Ertragserwartungen gedämpft habe.

Die Aktien des Logistikkonzerns Panalpina sackten 16,5 Prozent ab. Der mit Kosten in Millionenhöhe verbundene Rückzug aus Nigeria wurde negativ aufgenommen. Zudem veröffentlichte US-Konkurrent Fedex noch eine Gewinnwarnung.

(sda)

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