SWX: Schweizer Börse trotzt der Wall Street
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SWXSchweizer Börse trotzt der Wall Street

Die europäischen Aktienmärkte haben auf das gescheiterte Rettungspaket der US-Regierung und die dramatischen Kursstürzen an der Wall Street vom Vortag überraschend stabil reagiert. Zwar ging es am Dienstag an den Börsen vielerorts zunächst stark abwärts, später erholten sich die Kurse deutlich.

An der Schweizer Börse verlor der Swiss Market Index (SMI) im Soge des Kursabsturzes in New York vom Vortag kurz nach Handelseröffnung am Dienstag 2,41 Prozent. Die Hoffnung, dass das US-Rettungspaket für den Finanzsektor doch noch zu Stande kommt, brachte eine Kehrtwende. Der Blue-Chips-Index SMI schloss am Abend 2,38 Prozent höher bei 6.654,89 Punkten. Die UBS -Aktien waren zu Beginn noch um 6,3 Prozent getaucht, notierten aber am Abend wieder 1,7 Prozent höher als am Vortag. Die Credit Suisse verlor bis 3,6 Prozent und schlossen 3,5 Prozent fester. Julius Bär fiel bis 8,3 Prozent und lag am Abend noch 0,8 Prozent im Minus. Luft verschafften dem Markt auch die Gewinne der Schwergewichte Nestle mit plus 3,6 Prozent, Roche mit plus 2,9 Prozent und Novartis mit plus 1,5 Prozent.

Im Sog des dramatischen Kurssturzes in New York brachen zunächst auch weitere europäische Aktienmärkte ein. Im Tagesverlauf hellte sich die Stimmung allerdings ebenfalls auf. In Frankfurt zog das kräftige Plus zur Handelseröffnung in New York den Deutschen Aktienindex (DAX) um 0,4 Prozent ins Plus auf 5830,49 Punkte. In Paris legte der CAC 40 bis Börsenschluss um 2,2 Prozent zu und in London notierte der FTSE am Abend 2,4 Prozent höher.

In Irland ging es sogar steil nach oben. Nach dem höchsten Kursverlust in der Geschichte der Dubliner Börse am Vortag kündigte die Regierung eine umfassende Bürgschaft für alle Einlagen bei irischen Banken an. Unmittelbar nach Öffnung der Börse schnellte der Index ISEF rund 25 Prozent in die Höhe, um sich dann später bei einem Plus von etwa zwölf Prozent einzupendeln.

Auch an der New Yorker Wall Street zogen die Kurse nach dem Absturz des Vortags zum Handelsbeginn am Dienstag an. Rund zwei Stunden nach Handelseröffnung stand der Dow-Jones-Index bei 10.603,36 Punkten und damit 2,3 Prozent höher. Am Montag hatte er mit dem Rekordverlust von 777,68 Punkten oder 6,98 Prozent geschlossen. Es war - gemessen in Punkten - der stärkste Einbruch in der Geschichte der New Yorker Börse, der sogar noch den Rückgang nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 übertraf. In Prozent gemessen blieb der Rückgang am Montag aber weit hinter dem Einbruch vom «Schwarzen Montag» im Oktober 1987 mit über 20 Prozent zurück.

Nach der Einschätzung eines Marktbeobachters der Zürcher Kantonalbank dürfte in den USA nun versucht werden, das Rettungspaket mit Anpassungen erneut vorzulegen. Es stelle sich dann die Frage, wie wirksam ein allenfalls verwässertes, mehrheitsfähiges Paket sei, um die gravierenden Probleme im Finanzmarkt zu lösen.

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