Schweizer Börse verliert
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Schweizer Börse verliert

Die Schweizer Börse ist am Montag auf breiter Front abgeglitten. Ängste vor einer US-Rezession und vor weiteren Abschreibungen bei Banken beherrschen laut Händler den Markt.

Der unerwartet deutliche Absatzrückgang von US-Eigenheimen im Dezember unterstrich die Sorgen, dass die weltweit grösste Volkswirtschaft in eine Rezession geraten dürfte.

Der Schweizer Standardwerteindex Swiss Market Index (SMI) büsste 1,37 Prozent auf 7581,73 Punkte ein. Bis auf Julius Bär verloren alle SMI-Werte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,39 Prozent auf 6155,43 Punkte.

Angesichts des stark gesunkenen Risiko-Appetits warteten die meisten Anleger ab. «Hauptthema ist die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed», sagte ein Händler. «Der Markt geht von einer Zinssenkung um weitere 0,5 Prozentpunkte aus. Aber das dürfte nicht reichen, um die US-Wirtschaft vor einer Rezession zu bewahren», hiess es.

Ein weiterer Grund, an der Seitenlinie zu verharren, seien die bevorstehenden Firmenabschlüsse. «Entscheidend wird dabei sein, was zu 2008 gesagt wird,» sagte ein Händler. Bisher hätten sich viele Firmen immer noch zuversichtlich zum laufenden Geschäft geäussert.

Holcim führt Verlierer an

Die wieder gestiegenen Rezessionsängste drückten vor allem auf die Aktien von Unternehmen mit einem zyklischen Geschäft. Dazu gehörten die Aktien des Chemiekonzerns Clariant oder des Uhrenherstellers Swatch, die jeweils knapp drei Prozent verloren.

Die stärksten Verluste unter den Standardwerten verzeichneten die Aktien des Zementkonzerns Holcim mit einem Minus von 4,3 Prozent. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB gaben 1,6 Prozent nach.

Auch die Banken büssten europaweit deutlich an Boden ein. UBS verloren 1,5 Prozent. Credit Suisse sanken ein Prozent. Bei den Pharmawerten hielten sich Roche mit einem Abschlag von 0,9 Prozent besser als der Basler Lokalrivale Novartis mit Minus 1,8 Prozent.

Händler machten dafür gute Nachrichten von Roche verantwortlich. Der Konzern hat von der Europäischen Kommission eine Zulassungserweiterung für das Krebsmedikament Avastin erhalten. Der Nahrungsmitteltitel Nestlé wurde 1,2 Prozent tiefer bewertet.

Klagen und Gerüchte

Bei den Nebenwerten brachte ein Zeitungsbericht über eine Sammelklage in den USA gegen grössere europäische Luftfrachtunternehmen die Logistikkonzerne Kühne&Nagel und Panalpina unter Druck. Die Aktie beider Unternehmen verloren jeweils an die 6 Prozent.

Die Aktie des Anlagenbauers Oerlikon sank drei Prozent. Das Unternehmen dementierte Medienberichte, wonach die Betriebsgewinn- Prognose 2007 intern gesenkt worden sei. (sda)

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