«Engagierter und herzlicher Kollege»: Schweizer Botschaft trauert um italienischen Diplomaten im Kongo
Publiziert

«Engagierter und herzlicher Kollege»Schweizer Botschaft trauert um italienischen Diplomaten im Kongo

Der italienische Botschafter der Demokratischen Republik Kongo ist auf einem UN-Konvoi in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden. Die Mitarbeitenden der Schweizer Botschaft in Kinshasa reagieren mit grosser Trauer.

1 / 3
Die Schweizer Botschaft in Kinshasa: Die Mitarbeitenden trauern um ihren italienischen Kollegen.

Die Schweizer Botschaft in Kinshasa: Die Mitarbeitenden trauern um ihren italienischen Kollegen.

DFAE
Der italienische Botschafter Luca Attanasio beim Besuch einer Schule. (Archivbild)

Der italienische Botschafter Luca Attanasio beim Besuch einer Schule. (Archivbild)

twitter.com
Der Überfall fand in der Region von Goma statt. 

Der Überfall fand in der Region von Goma statt.

googlemaps

Darum gehts

  • Der italienische Botschafter Luca Attanasio wurde in der Demokratischen Republik Kongo getötet.

  • Der Anschlag wird weltweit verurteilt.

  • Die Mitarbeitenden der Schweizer Botschaft trauern um einen «engagierten und herzlichen Kollegen».

Nach dem Tod des italienischen Botschafters Luca Attanasio in der Demokratischen Republik Kongo ist die Bestürzung weltweit gross. Attanasio war im Osten des Landes mit einem Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden.

Wie es beim EDA auf Anfrage von 20 Minuten heisst, haben die Mitarbeitenden der Schweizer Botschaft in Kinshasa «mit grosser Trauer auf den Tod eines engagierten und herzlichen Kollegen reagiert».

Schweizer Botschaft verfügt über Sicherheitsdispositive

Was die Sicherheit der Schweizer Vertretung in der Demokratischen Republik Kongo anbelange, verfügten alle Schweizer Aussenstellen über Sicherheitsdispositive und seien gut vorbereitet, sagt das EDA. «Diese Sicherheitsdispositive werden laufend überprüft, entsprechen den lokalen Bedingungen und Risikosituationen und können kurzfristig an Neuentwicklungen angepasst werden.» Zu konkreten Massnahmen würden keine Angaben gemacht, heisst es weiter.

Auch Bundesrat Ignazio Cassis verurteilte den Anschlag scharf. Er sei entsetzt gewesen, als er davon gehört habe, schrieb der Aussenminister auf Twitter. Das Welternährungsprogramm müsse auch in Konfliktzonen Hilfe leisten können.

Zuvor hatte Italiens Präsident Sergio Mattarella den Angriff auf Attanasio verurteilt. Ministerpräsident Mario Draghi und Aussenminister Luigi di Maio bekundeten ihr Beileid. UN-Generalsekretär António Guterres forderte die Regierung in Kinshasa auf, die Umstände des Anschlags «gründlich» zu untersuchen.

Innenministerium macht Hutu-Rebellen verantwortlich

Das Innenministerium der Demokratischen Republik Kongo macht ruandische Hutu-Rebellen für die Tötung Attanasios verantwortlich. Der Überfall auf den Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP) sei von bewaffneten Mitgliedern der Rebellengruppe Demokratische Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) ausgeführt worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Insgesamt wurden bei dem Angriff drei Menschen getötet, darunter der italienische Botschafter.

Die Angreifer hätten zudem vier Menschen entführt, hiess es in der Mitteilung des Ministeriums. Eines der Entführungsopfer sei inzwischen von kongolesischen Soldaten gefunden worden, die das betroffene Gebiet weiter durchsuchten.

Der Konvoi war am Montag in der Provinz Nord-Kivu im an Ruanda angrenzenden Osten der Demokratischen Republik Kongo unter Beschuss geraten. Attanasio wurde dabei schwer verletzt und starb später in einem Krankenhaus in Goma. Getötet wurden zudem ein italienischer Militärpolizist und ein kongolesischer Fahrer.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Tel. 147

(scl/DPA/AFP)

Deine Meinung