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Machtübernahme der TalibanSchweizer Botschaftsangehörige aus Kabul evakuiert

Angesichts der bedrohlichen Sicherheitslage werden auch Schweizer Botschaftsangehörige und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des DEZA aus Kabul ausgeflogen. Vier Mitarbeiter der Schweizer Vertretung wurden an Bord einer US-Maschine nach Doha ausgeflogen.

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Ein Airbus A400M der Luftwaffe hebt am frühen Montagmorgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover in Richtung Kabul ab. 

Ein Airbus A400M der Luftwaffe hebt am frühen Montagmorgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover in Richtung Kabul ab.

DPA
Deutschland will eine Luftbrücke einrichten, um gefährdete Personen auszufliegen.

Deutschland will eine Luftbrücke einrichten, um gefährdete Personen auszufliegen.

DPA
Auf dem Flughafen Kabul drängen sich Tausende um einen Flug aus dem Land zu ergattern.

Auf dem Flughafen Kabul drängen sich Tausende um einen Flug aus dem Land zu ergattern.

AFP

Darum gehts

  • Nach der Machtübernahme durch die Taliban in Kabul versuchen Tausende das Land zu verlassen.

  • Schweizer Mitarbeiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wurden evakuiert.

  • Laut Aussenminister Ignazio Cassis soll auch das Lokalpersonal möglichst schnell Kabul verlassen können.

Die Evakuierung Schweizerischer und deutscher Staatsbürger aus der afghanischen Hauptstadt Kabul hat begonnen. In der Nacht zu Montag landeten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der deutschen Botschaft mit einem US-Flugzeug in Doha im Golfemirat Katar. An Bord der Maschine waren auch vier Angehörige der Schweizer Vertretung in Afghanistan. Gemäss Aussenminister Ignazio Cassis wurden auch drei DEZA-Mitarbeiter ausser Landes gebracht.

Die militant-islamistischen Taliban hatten in den vergangenen Tagen in einem rasanten Tempo eine Stadt nach der anderen teilweise kampflos eingenommen. Sie waren am Sonntag auch in die Hauptstadt Kabul eingedrungen und haben bereits den Präsidentenpalast in ihrer Kontrolle. Die Bundesregierung hatte angesichts der dramatischen Lage am Freitag entschieden, das Botschaftspersonal auf ein Minimum zu reduzieren. Am Sonntag wurden alle Mitarbeitende zum Flughafen gebracht, der von tausenden US-Soldaten abgesichert wird.

Der erste Evakuierungsflug wurde mit einer US-Maschine absolviert, da die Bundeswehr erst in der Nacht zu Montag Transportmaschinen vom Typ A400M vom niedersächsischen Wunstorf aus, nach Kabul losschicken wollte. Sie sollen in den nächsten Tagen zentraler Bestandteil einer «Luftbrücke» sein, über die neben den Botschaftsmitarbeitenden auch andere deutsche Staatsbürger und -bürgerinnen sowie Ortskräfte, die für die Bundeswehr oder Bundesministerien in Afghanistan gearbeitet haben oder noch arbeiten, nach Deutschland gebracht werden sollen.

(trx)

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