Bluttat in Konstanz: Schweizer Club trauert um erschossenen Türsteher
Aktualisiert

Bluttat in KonstanzSchweizer Club trauert um erschossenen Türsteher

Türsteher Ramazan Ö. wurde im Club Grey in Konstanz erschossen. Ö. war früher im Bolero in Winterthur tätig. Ehemalige Mitarbeiter und Kollegen trauern.

von
J. Furer
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Ramazan Ö. kam ums Leben, als am 30. Juli 2017 der 34-jährige Rozaba S. im Club Grey in Konstanz mit einem Sturmgewehr herumschoss. Ö. war als Türsteher tätig gewesen.

Ramazan Ö. kam ums Leben, als am 30. Juli 2017 der 34-jährige Rozaba S. im Club Grey in Konstanz mit einem Sturmgewehr herumschoss. Ö. war als Türsteher tätig gewesen.

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Die Trauer um  Ö. ist gross. Auch in der Schweiz, denn auch hier hatte der Verstorbene einst als Türsteher gearbeitet. Von Januar 2007 bis Mai 2014 war er im Winterthurer Club Bolero angestellt gewesen.

Die Trauer um Ö. ist gross. Auch in der Schweiz, denn auch hier hatte der Verstorbene einst als Türsteher gearbeitet. Von Januar 2007 bis Mai 2014 war er im Winterthurer Club Bolero angestellt gewesen.

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Ein ehemaliger Arbeitskollege zeigt sich auf Facebook schockiert über des Tod von Ö.

Ein ehemaliger Arbeitskollege zeigt sich auf Facebook schockiert über des Tod von Ö.

Der Iraker Rozaba S.* (34) hat am frühen Sonntagmorgen im Konstanzer Club Grey vier Leute schwer verletzt und den Türsteher Ramazan Ö.* getötet.

Bevor Ö. in Konstanz Türsteher wurde, war er von Januar 2007 bis Mai 2014 im Winterthurer Club Bolero angestellt gewesen. Inhaber Hänse Schegg ist vom Tod seines langjährigen Mitarbeiters tief betroffen: «Er war ein guter Mann und hat bei uns einen Superjob gemacht.» Schlimm sei es aber vor allem für die Angehörigen, denen er viel Kraft wünscht und sein Beileid ausspricht. «Diese Tat ist ein riesiger Schock für uns.»

«Ich werde dich nicht vergessen, mein Freund»

Auch auf Facebook bekunden viele Gäste und Mitarbeiter des Bolero ihr Beileid und trauern um den Türsteher Ö. Ein ehemaliger Schweizer Arbeitskollege schreibt in einem Post: «Es ist heutzutage schon selten genug geworden, sich in heiklen Situationen auf andere Menschen zu verlassen. Auf ihn habe ich mich aber immer zu 100 Prozent verlassen können und, wie gerade veröffentlicht wurde, hat er sich dem Täter heldenhaft entgegengestellt.» Den Post beendet der Schweizer mit den Worten: «Ich werde dich nicht vergessen, mein Freund.»

Fast 5000 Leute haben bereits auf den Post reagiert und über 1000 User haben in den Kommentaren ihr Beileid ausgesprochen. So schreibt eine Nutzerin: «Machs gut, Grosser! Du wirst von vielen sehr vermisst werden!» Ein anderer schreibt: «Wieder einmal musste einer von uns viel zu früh gehen. Meinen allergrössten Respekt für das heldenhafte Eingreifen des Kollegen. Ich wünsche seiner Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit. Ruhe in Frieden.»

«Uns fehlen die Worte»

Auch beim Club Grey ist man erschüttert über die Tat. Nur wenige Stunden danach setzten die Betreiber das Titelbild ihrer Facebook-Seite auf Schwarz. Zudem posteten sie das Lied «Imagine» von John Lennon und schrieben dazu: «Wir können es noch gar nicht fassen, uns fehlen die Worte. Unser herzliches Beileid und unsere tiefe Anteilnahme an alle Betroffenen.»

Warum S., der der Schwager des Clubbetreibers war, Ö. getötet hat, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. «Es wird darum gehen, diesen Streit aufzuklären. Wir wissen nicht, was die eigentliche Zielrichtung des Täters war», sagte Johannes-Georg Roth von der Staatsanwaltschaft Konstanz.

* Namen der Redaktion bekannt

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