Vom Friseurstuhl zum Chirurgen: Schweizer Coiffeure raten zu Schönheits-OPs

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Vom Friseurstuhl zum ChirurgenSchweizer Coiffeure raten zu Schönheits-OPs

Zur neuen Frisur eine neue Nase: Schweizer Coiffeure weisen Schönheitskliniken Kundinnen zu. Und profitieren dabei.

von
ish
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Schönheitseingriffe sind im Trend. Inzwischen fragen auch schon unter 20-Jährige in der Schweiz  danach.

Schönheitseingriffe sind im Trend. Inzwischen fragen auch schon unter 20-Jährige in der Schweiz danach.

AP/Silvia Izquierdo
Der Schweizer Schönheitschirurg Thomas Fischer sagte schon 2016: «Ich behandle oft Patienten, die mir im Gespräch gestehen, vor zehn Jahren sei eine Schönheitsoperation für sie niemals infrage gekommen.»

Der Schweizer Schönheitschirurg Thomas Fischer sagte schon 2016: «Ich behandle oft Patienten, die mir im Gespräch gestehen, vor zehn Jahren sei eine Schönheitsoperation für sie niemals infrage gekommen.»

zvg
Ab 40 Jahren unterziehen sich in Thomas Fischers Praxis viele Patienten einem Facelifting. (Symbolbild)

Ab 40 Jahren unterziehen sich in Thomas Fischers Praxis viele Patienten einem Facelifting. (Symbolbild)

AP/Jacquelyn Martin

Beim Coiffeur geht es ums Aussehen. Und manchmal dreht sich das Gespräch nicht nur um die neue Frisur, sondern auch um Schönheitschirurgie. Zum Teil raten Coiffeure dabei gezielt zu Korrekturen in einer bestimmten Klinik. «Es finden Gespräche über den ganzen Körper statt, und wir weisen die Kundinnen zu den Praxen», sagt der Zürcher Starcoiffeur Valentino dem «Tages-Anzeiger».

Schönheitskliniken sind an der Werbung für sie durch Coiffeure interessiert. Sie fördern dies durch Gefälligkeiten, Gegengeschäfte oder Geld. «In der Regel ist es ein Geben und Nehmen. Man schaut das nicht als Provision an. Naturalien, Gutscheine, manchmal auch Geld», so Valentino. Die Initiative gehe dabei von den Ärzten aus. Valentino erhält nach eigenen Angaben von Schönheitskliniken jährlich zehn bis zwölf Anfragen für eine Zusammenarbeit.

Bedürfnis nach Schönheit nimmt zu

Zusammenarbeiten finden statt, sagt Urs Bösch, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie, dem «Tages-Anzeiger». Und zwar zwischen Coiffeuren, Beautysalons und Schönheitskliniken in allen Bereichen. Für Mediziner gilt allerdings die Regel, dass sie für die Zuweisung von Patienten kein Entgelt oder andere Vorteile versprechen oder entgegennehmen dürfen.

Laut Coiffeur Valentino steigt die Zahl der Kundinnen, die Verschönerungsangebote nutzen. «Das Bedürfnis nach Schönheit und Vollkommenheit hat extrem zugenommen». Inzwischen fragten schon unter 20-Jährige nach Verschönerungsmöglichkeiten.

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