Mode Suisse 19: Schweizer Designerinnen und Designer machen Lust auf Mode nach Corona
An der 19. Edition der Mode Suisse wurde erneut gezeigt, wie viel Designtalent die Schweiz hat

An der 19. Edition der Mode Suisse wurde erneut gezeigt, wie viel Designtalent die Schweiz hat

Instagram/modesuisse
Publiziert

Mode Suisse 19Schweizer Designerinnen und Designer machen Lust auf Mode nach Corona

Wie sieht die Mode nach der Corona-Pandemie aus? Diese Schweizer Designerinnen und Designer geben uns einen Einblick.

von
Johanna Senn

Wie die Zukunft der Modeshows aussieht, war vor einem halben Jahr noch sehr ungewiss. Jetzt ist klar: die Laufsteg-Präsentationen der Fashion Week finden ausschliesslich digital statt. So spielte sich auch die diesjährige Ausgabe der Modeplattform Mode Suisse vor allem auf Instagram und Youtube ab.

Etwas vom Schönsten der aktuellen Saison ist aber, dass sie uns einen Einblick gibt, wie die Zeit nach Corona modetechnisch aussehen könnte. Dabei muss man für die richtige Inspiration nicht einmal nach Paris oder Mailand schauen, denn auch in der hiesigen Modeszene gibt es reichlich Ideen, wie wir uns in einer Zeit ohne Mundschutz & Co. kleiden.

Zurück in die Jeans mit Forbidden Denimeries

Wer die letzten Monate ausschliesslich in Jogginghosen und weicher Kleidung gelebt hat, dem macht das Genfer Label Forbidden Denimeries wieder richtig Lust auf Jeansstoff. Für die kommende Saison gibt uns Mikael Vilchez mit seinem Label die Lust zurück, wieder Denim anzuziehen. Dabei muss es nicht mal die sperrige Jeanshose sein.

Die Kollektion von Forbidden Denimeries erinnert uns daran, dass nur wenige Dinge so viel Styling-Potenzial haben, wie eine richtig gute Jeansjacke. Ob du sie gerne elegant mit langem schwarzen Kleid und Riemchenstilettos trägst, oder eher der Typ für Bikerboots und Bandshirt bist, die richtige Jeansjacke kann alles.

Jeans ist eines der Produkte, welches in der Modeindustrie für eine grosse Umweltbelastung sorgt. Mikael Vilchez zeigt mit Forbidden Denimeries: Es geht auch anders. Das Label arbeitet nur mit ökofreundlichen Textilien, upcycled Denim oder Deadstock, also Textilien, die sich nicht verkauft haben.

Statt mit Farbdruck werden die Textilien mit Laser-Einbrennungen verziert, was ein besonders ressourcenschonendes Verfahren ist. Auf Anfrage sind auch personalisierte Stücke erhältlich.

Lust auf Raven mit Rafael Kouto

Wie es aussehen könnte, wenn wir das Homeoffice nach Draussen nehmen, führte uns Rafael Kouto mit einem Augenzwinkern an der diesjährigen Mode Suisse vor. Zu wunderbaren avantgardistischen Kleidern trugen die Models etwa eine Tastatur oder ein PC-Kabel als Accessoire.

Vielmehr als Homeoffice-Vibes erwecken die Pieces von Rafael Kouto in uns die Lust, mal wieder mit einem Outfit aufzufallen. So hat es uns etwa der Acid-Suit besonders angetan und lässt uns jetzt schon vom nächsten Rave träumen.

Der Suit ist auch eines der liebsten Stücke des Designers, wie Kouto im Interview auf Instagram preisgab.

Der Suit ist auch eines der liebsten Stücke des Designers, wie Kouto im Interview auf Instagram preisgab.

Instagram/modesuisse

Die Stücke des Tessiner Designers verbinden afrikanische Ästhetik mit westlicher Kultur. «Ich sehe Couture als eine Art Flucht vor dem Kapitalismus, als Untersuchung dieses Lebenszyklus und dessen Störung durch Upcycling», schreibt Kouto auf seiner Website. Seit der Gründung seines Labels betreibt Rafael Kouto konsequentes Upcycling.

Er arbeitet mit recyceltem Garn, das aus alten Wollkleidern gewonnen wird, oder macht aus alten Sicherheitsfallschirmen Hosen. Auf dem Instagram Kanal von Rafael Kouto wird immer mal wieder gezeigt, wie ein Kleidungsstück von A-Z entsteht.

Vom Büro auf die Piste mit Nomadissem

Nomadissem lässt die Vorfreude darauf aufkommen, wie wir uns in der Zeit nach Corona für unsere Business-Lunches in Schale werfen. Der Aventurier Suit aus nachhaltiger Wolle und zertifizierter Seide sorgt für eine bequeme und chice Rückkehr zu unseren Arbeitsplätzen.

Nebst klassischen Suit-Pieces zeigte Designerin Noële Nana Schaffner auch Outdoorbekleidung und motiviert uns, auch nach Corona weiterhin viel Zeit draussen in der Natur zu verbringen. Etwa mit dem ersten zweiteiligen Ski-Anzug des Labels:

Nomadissem steht nicht nur für zeitlose Pieces, sondern achtet auch auf einen minimalen Einfluss auf die Umwelt. Auch eine faire Entlöhnung und die Verwendung vorwiegend zertifizierter Materialien sind dem Label wichtig.

Den Komfort mitnehmen mit Nina Yuun

Für ihre neueste Kollektion wurde Stephanie Nina Yuun von Nina Yuun durch den Lockdown inspiriert. «Die Zeit, die man allein verbringt, bietet Gelegenheit, vermeintlich Selbstverständliches wie den Sonnenschein wieder schätzen zu lernen, Schönheit in den kleinsten Dingen zu finden, aus Abfall Neues zu erschaffen – oder, um es metaphorisch auszudrücken: eine Blume wird aus Rost geboren», sagt sie zur «Annabelle» über ihre neueste Kollektion.

Die Kleidungsstücke sind elegant und bequem zugleich und erlauben es uns, das Komfort-Feeling des Lockdowns auch in die Zeit danach mitzunehmen. Alle Stücke wurden aus Resten früherer Kollektionen geschneidert. Zusätzlich hat sich das Koreanisch-Schweizerische Label dazu entschieden, nur noch eine Kollektion pro Jahr zu entwerfen, deren Stücke aber über alle Jahreszeiten getragen werden können.

Ein besonderes Stück in der neuen Kollektion ist eine gesteppte Veste, die die Designerin mit der traditionellen koreanischen Nubi-Technik gequiltet hat. Die Spitze aus Deadstock hat Nina Yuun von Hand appliziert.

Diese Quiltveste ist für die Designerin ein besonderes Stück.

Diese Quiltveste ist für die Designerin ein besonderes Stück.

Sich wieder in Schale werfen mit Mourjjan

Schon in früheren Kollektionen zeigte Mourjjan Kleider, die von Naturszenen inspiriert waren. Diesmal bringt das Label unter dem Namen «Arctic Poetry» eine Kollektion heraus, die mit eisigen Blau- und Silbertönen und zartem Blush Pink an einen Sonnenuntergang in Alaska erinnert.

Damit weckt der Designer nicht nur unsere Post-Covid Reiselust, sondern beweist mit seinen Roben erneut, dass es auch aus der Schweiz wunderbare Abendkleidung gibt.

Hinter Mourjjan steckt Roland Rahal, der aus dem Libanon stammt. Rahal kommt ursprünglich aus der Werbebranche, wo er im Marketing tätig war. Seine Liebe zu Textilien und Design entdeckte der Designer aber bereits im Alter von 12 Jahren. So designte und bestickte er immer wieder Abendkleider für seine Mutter und seine Familie.

Vor rund fünf Jahren begann er sich mit Design selbständig zu machen. Und seit seiner ersten Kollektion in 2015 bleibt es selten still um das Label.

Wie gefallen dir die Stücke dieser Schweizer Designer? Sag es uns in den Kommentaren.

Deine Meinung

13 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Echtjetzt

03.03.2021, 19:44

Sieht Sch🙈🙈🙈🙈 aus.

Hexe .

03.03.2021, 16:21

Ich habe gedacht, dass dieses Jahr keine Fastnacht ist, wieso jetzt doch?

Da Na

03.03.2021, 15:03

Ziemlich schrecklich 😣