Aktualisiert 30.04.2015 07:41

Winterthurer IS-Teenager

Schweizer Dschihadist prahlt mit Enthauptung

Der 18-jährige Winterthurer Dschihadist Sandro verbreitet seine martialischen Erfahrungen aus Syrien im Internet. Nun hat er ein schockierendes Bild gepostet.

von
ann
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Der Winterthurer Dschihadist Sandro (18) posiert in Syrien mit dem Kopf eines Enthaupteten. Abu Malik, wie er sich nun nennt, stellt die schockierenden Bilder ins Internet.

Der Winterthurer Dschihadist Sandro (18) posiert in Syrien mit dem Kopf eines Enthaupteten. Abu Malik, wie er sich nun nennt, stellt die schockierenden Bilder ins Internet.

Die gekreuzigten und geköpften Opfer der IS-Terrormiliz werden öffentlich zur Schau gestellt. An den Körpern der zwei Leichen prangt ein Plakat mit den angeblichen Verbrechen der Opfer.

Die gekreuzigten und geköpften Opfer der IS-Terrormiliz werden öffentlich zur Schau gestellt. An den Körpern der zwei Leichen prangt ein Plakat mit den angeblichen Verbrechen der Opfer.

ZVG

Vom Winterthurer Dschihadist Sandro alias Abu Malik ist im Netz ein weiteres Bild aufgetaucht. Er war offenbar bei der Enthauptung zweier Männer dabei. In welcher Rolle, ist unklar. Doch auf einem Bild posiert er mit dem Kopf eines der Opfer in seiner Hand. Neben ihm erkennt man den kopflosen Torso eines Mannes. Er wurde mit Klebeband und Kabelbindern an ein kreuzartiges Holzgestell gebunden. Wenig entfernt sieht man einen weiteren leblosen Körper an einem Holzgestell.

Laut dem auf Terroranalyse spezialisierten Geneva Centre for Training and Analysis of Terrorism (GCTAT) entspricht diese Szene der «typischen Bildsprache des Islamischen Staats». «Andere Kreuzigungen des IS zeigen Körper, die auf ähnliche Art präsentiert werden», sagt GCTAT-Spezialist Jean-Paul Rouiller.

«Sandro muss die Männer nicht selbst geköpft haben»

Die beiden Männer wurden offenbar geköpft, weil sie für den Suizid der Ehefrau eines IS-Kämpfers verantwortlich gemacht wurden. Auf einem an die Körper gehefteten Blatt steht, an ihnen sei eine Hadd Hiraba ausgeführt worden. Hadd steht für eine rechtliche, durch den Koran anerkannte Sanktion. Hiraba steht für das Vergehen, Leute auf der Strasse in grosse Angst versetzt zu haben. In der Regel handelt es sich dabei um Raub, es kann aber auch Vergewaltigung oder Terrorismus sein.

Die Tatsache, dass der 18-jährige Sandro einen Kopf in der Hand hält, muss laut Rouiller nicht bedeuten, dass er selbst die Männer geköpft hat. «Es könnte sein, dass er Teil des IS-Teams war, das für die Ausführung verantwortlich war.» Klar sei aber, dass er damit seine Entschlossenheit, zum Islamischen Staat gehören zu wollen, demonstriere.

«Drogen oder Gehirnwäsche»

Dass er dieses Bild ins Netz stellt, entspricht der Propaganda-Maschinerie des IS. Auf Facebook versuchen gerade aus Europa stammende IS-Kämpfer Gleichaltrige zum selben Schritt zu bewegen. Der Islamische Staat braucht dringend weitere Kämpfer.

Seine Freunde in der Schweiz hat Sandro mit diesem Bild nachhaltig schockiert. «Ich kann nicht verstehen, wie er so ein Verhalten unterstützen kann», sagt einer, der anonym bleiben will. Er glaubt, er müsse unter Drogen stehen oder eine völlige Gehirnwäsche hinter sich haben. «Er war so ein netter Kerl und jetzt beteiligt er sich an so grauenhaften Sachen.»

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