4:0-Sieg: Schweizer Eishockeynati schlägt zurück

Aktualisiert

4:0-SiegSchweizer Eishockeynati schlägt zurück

Die Schweizer reagieren auf die 1:3-Niederlage gegen Österreich. Die Mannschaft von Sean Simpson setzt sich in der Revanche diskussionslos mit 4:0 durch.

Stürmer Julien Sprunger (m.) war massgeblich am Erfolg der Schweizer beteiligt.

Stürmer Julien Sprunger (m.) war massgeblich am Erfolg der Schweizer beteiligt.

Simpson war am Mittwochabend in der ersten Drittelspause enorm unzufrieden gewesen. «So macht ihr mir meine WM-Selektion einfach», kritisierte der Nationalcoach in der Kabine, nachdem er 20 Minuten lang den unbedingten Siegeswillen vermisst hatte. Beim zweiten Test war der Schweizer Start ins Spiel wiederum nicht überragend, gegen Ende des ersten Abschnitts war aber eine erste Steigerung zu verzeichnen. Simon Mosers Lattenschuss (16.) war die Ankündigung, der eine Minute später im Powerplay die resultatmässige Umsetzung folgte. Roman Wick vollendete im zweiten Anlauf eine rasch vorgetragene Kombination über Julien Sprunger und Romain Loeffel zur Führung.

Auch beim zweiten Treffer überforderten die zu grösserem läuferischen und körperlichen Engagement bereiten Schweizer die Österreicher mit ihrem Tempo. Denis Hollenstein und Robin Grossmann waren die Assistenten, Sprunger erzielte schliesslich das erste Schweizer Tor in Feldkirch bei nummerischem Gleichbestand (24.).

Dass die Schweizer nur mit einem Zweitore-Vorsprung in die letzte Pause gingen, war angesichts ihrer immer drückenderen Überlegenheit fast ein Hohn. Gegen Ende des Abschnitts vergaben sie hervorragende Skorermöglichkeiten praktisch im Minutentakt, wobei gerade die Angreifer mit dem grössten Offensivpotenzial, jene, die aber auch am meisten Möglichkeiten kreiert hatten, am meisten sündigten. Wick, insgesamt gegenüber dem Vortag stark verbessert, scheiterte dreimal alleine vor Bernhard Starkbaum, Sprunger und Damien Brunner vergaben je zwei gute Möglichkeiten.

Damien Brunner erzielt Tor des Abends

Positives Faktum war aber vor allem, dass die Schweizer wesentlich engagierter zu Werke gingen als über einige Strecken am Vortag und so den «Trainingsspiel-Charakter» abstreifen konnten. Das Tor des Abends erzielte Topskorer Damien Brunner, der sich die Scheibe mit einem seiner charakteristischen Moves vorlegte, eiskalt vollstreckte und somit auch im vierten WM-Vorbereitungsspiel einmal getroffen hat. 74 Sekunden später erhöhte Juraj Simek zum Schlussresultat von 4:0. Tobias Stephan liess sich einen Shutout notieren, ebenso wie Reto Berra im ersten Test gegen Finnland.

Simpson war erleichtert und fasste die beiden Partien so zusammen: «Es gibt nichts zu beschönigen, am Mittwoch waren wir einfach schlecht. Heute hätten wir auch höher gewinnen können, aber ich bin mit der Reaktion des Teams sehr zufrieden, sie hat Charakter gezeigt.»

Als Weckruf nach dem ersten Spiel hatte Simpson auch einige personelle Umstellungen vorgenommen und mit Ausnahme des ersten Blockes alle Reihen leicht verändert. Für Stürmer Michael Liniger war dieser Schachzug nicht entscheidend: «Wir waren wirklich sauer auf uns selbst und hätten heute wohl in jeder Zusammensetzung eine Reaktion gezeigt.»

Innerhalb der WM-Vorbereitung sind die Schweizer nun bei Halbzeit angelangt. Nach je zwei Siegen und Niederlagen geht es nächste Woche mit zwei Partien in Schweden weiter, bei denen auch Nino Niederreiter zum Team stossen wird. Erst bei den letzten Partien gegen Kanada wird dann auch Mark Streit dabei sein, eventuell Luca Sbisa sowie die Spieler der Playoff-Finalisten.

Österreich - Schweiz 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)

Vorarlberghalle, Feldkirch. - 1250 Zuschauer. - SR Falkner/Potocan, Smeibidlo/Mathis (alle Ö).

Tore: 17. Wick (Loeffel, Sprunger/Ausschluss Welser) 0:1. 24. Sprunger (Grossmann, Hollenstein) 0:2. 48. (47:20) Damien Brunner (Romy/Ausschlüsse Stefan Ulmer; Sciaroni) 0:3. 49. (48:34) Simek (Loeffel) 0:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Österreich, 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Österreich: Starkbaum; Stefan Ulmer, Unterluggauer; Schumnig, Trattnig; Kirisits, Reichel; Heinrich, Altmann; Schiechl, Koch, Welser; Latusa, Hundertpfund, Raffl; Manuel Geier, Herburger, Stefan Geier; Oberkofler, Harand, Baumgartner.

Schweiz: Tobias Stephan; Bezina, Du Bois; Chiesa, Blaser; Loeffel, Grossmann; Kukan; Damien Brunner, Romy, Simon Moser; Sprunger, Bieber, Benjamin Plüss; Hollenstein, Liniger, Wick; Sciaroni, Trachsler, Simek.

Bemerkungen: Österreich ohne Setzinger (nicht im Aufgebot), Martin Ulmer, Obrist (beide überzählig), Schweiz ohne Julien Vauclair, Bykow (beide verletzt), Genoni, Berra, Von Gunten, Suri (alle überzählig) und Martin Gerber (Ersatzgoalie). 16. Lattenschuss Simon Moser. (si)

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