Zwei Tote: Schweizer Elite-Polizisten bei Einsatz in Stuttgart
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Zwei ToteSchweizer Elite-Polizisten bei Einsatz in Stuttgart

Die deutsche Polizei stürmte am Montag eine Anwaltskanzlei in Stuttgart. Dort waren zwei Menschen getötet worden. Mit vor Ort: zwei Beamte der Berner Sondereinheit Enzian.

von
kaf
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Spezialkräfte der Stuttgarter Polizei drangen am 11. Juli 2016 in ein Gebäude im Osten der Stadt ein, in dem sich eine Anwaltskanzlei befindet.

Spezialkräfte der Stuttgarter Polizei drangen am 11. Juli 2016 in ein Gebäude im Osten der Stadt ein, in dem sich eine Anwaltskanzlei befindet.

epa/Franziska Kraufmann
Im Keller entdeckten die Beamten die Leichen von zwei Männern, die offensichtlich erschossen wurden.

Im Keller entdeckten die Beamten die Leichen von zwei Männern, die offensichtlich erschossen wurden.

AP/Sdmg
Eine Zeugin hatte zuvor beobachtet, wie ein Mann gegen 13.00 Uhr mit einer Schusswaffe in der Hand in das Haus ging.

Eine Zeugin hatte zuvor beobachtet, wie ein Mann gegen 13.00 Uhr mit einer Schusswaffe in der Hand in das Haus ging.

epa/Franziska Kraufmann

Polizisten in Stuttgart entdeckten am frühen Montagabend zwei Tote in einer Anwaltskanzlei im östlichen Stadtteil. Zuvor hatten sie die Meldung erhalten, dass ein bewaffneter Mann in das Gebäude eingedrungen war, und sperrten daraufhin das Gebiet grossräumig ab. Rund 300 Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort – darunter zwei Elitepolizisten der Berner Sondereinheit Enzian, wie Bilder von «Blaulichtreport Suttgart» zeigen.

Erfahrungsaustausch in Deutschland

Auf Facebook sorgte die Anwesenheit der Schweizer Beamten beim Grosseinsatz zunächst für Irritation. «Wieso kommt eine Schweizer Spezialeinheit in Stuttgart zum Einsatz, sind die extra aus der Schweiz angerückt ?», fragte etwa ein User.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt die Baden-Württembergische Polizei den Einsatz der Schweizer Elitepolizisten: Allerdings hätten sich die beiden nicht direkt an der Aktion beteiligt. «Sie sind zurzeit als Hospitanten bei einer deutschen Spezialeinheit und somit als Beobachter vor Ort», so ein Polizeisprecher. Der Besuch diene einzig dem Erfahrungsaustausch. Solche Austausch-Besuche zwischen europäischen Sondereinheiten seien an der Tagesordnung.

Regelmässige Treffen mit anderen Sondereinheiten

Dies bestätigt auch die Berner Polizeisprecherin Corinne Müller: «Die Kantonspolizei Bern pflegt einen regelmässigen Erfahrungsaustausch mit Sondereinheiten im In- und Ausland.» Man sei in Kontakt und nehme auch immer wieder an Treffen teil. Im Rahmen dieses regelmässigen Erfahrungsaustausches würden auch Besuche oder sogenannte Stages durchgeführt.

Zurzeit seien zwei Mitarbeiter der Sondereinheit bei ihren Kollegen in Baden-Württemberg. «Ein solcher mehrtägiger Aufenthalt wie in diesem Fall gab es in den letzten Jahren ein- bis zweimal jährlich», so Müller weiter. Diese hätten fast ausschliesslich in Deutschland stattgefunden.

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