19.11.2020 20:02

DrogendealsSchweizer entkommt knapp australischem Knast

Vor sechs Jahren wanderte er nach Australien aus – nun droht dem Schweizer F. R.* wegen Drogendelikten der Landesverweis. Der 37-Jährige soll sich ein raffiniertes Depot-System für seine Deals ausgedacht haben.

von
Céline Krapf
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Nur knapp entging F. R. einer Gefängnisstrafe. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt, wurde aber auf Bewährung frei gelassen. (Symbolbild)

Nur knapp entging F. R. einer Gefängnisstrafe. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt, wurde aber auf Bewährung frei gelassen. (Symbolbild)

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Er hatte sich eine raffinierte Strategie zum Eintreiben der Schulden ausgedacht. Um Drogen-Kunden unter Druck zu setzen, beschlagnahmte R. jeweils deren Ausweis.

Er hatte sich eine raffinierte Strategie zum Eintreiben der Schulden ausgedacht. Um Drogen-Kunden unter Druck zu setzen, beschlagnahmte R. jeweils deren Ausweis.

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Aufgeflogen ist das Dealen des Schweizers im Dezember 2019 bei einer Hausdurchsuchung.

Aufgeflogen ist das Dealen des Schweizers im Dezember 2019 bei einer Hausdurchsuchung.

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Darum gehts

  • Der Schweizer F. R. wanderte vor mehreren Jahren nach Brisbane aus.

  • Vergangenes Jahr fanden die Behörden Drogen in seinem Besitz.

  • Am Dienstag wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt – die aber sofort in eine Bewährung umgewandelt wurde.

  • Nun droht dem 37-Jährigen die Ausschaffung, falls er dagegen verstösst.

Das Drogendealen könnte ihm seine Wunschheimat kosten: Der Schweizer F. R.* (37) hatte sich vor einigen Jahren in Australien niedergelassen. Doch Ende 2019 entdeckten die Behörden diverse Drogen in seinem Besitz: Am vergangenen Dienstag stand er deshalb vor dem australischen Gericht in Brisbane, schreibt «The Daily Telegraph».

Nur knapp entging R. dem Gefängnis: Der Richter verurteilte ihn zu zwei Jahren Freiheitsstrafe – gewährte ihm aber sofortige Bewährung: Er sei aufgrund seiner Aufenthaltsbewilligung in einer Position, in der er sich nun beweisen müsse. Gelingt ihm dies nicht, droht dem Schweizer die Ausschaffung.

Drogen, Verpackungsmaterial und Waagen tauchten auf

Er hatte sich eine raffinierte Strategie zum Eintreiben der Schulden ausgedacht, berichtet Staatsanwalt Ben Jackson: Um Kunden unter Druck zu setzen, beschlagnahmte R. jeweils deren Ausweis. So hatte er eine finanzielle Absicherung, bis diese ihre Schulden bezahlt hatten. Dies zeigten Nachrichten auf dem Handy des Innenarchitekten, welche dem Gericht vorlagen. «Die Tatsache, dass er das Methylamphetamin im Abstand von zwei Tagen lieferte und über ein System verfügte, um den Ausweis der Person aufzubewahren, bis er bezahlt wurde, zeigt ein gewisses Mass an Geschäftsaktivität», sagte Jackson.

Aufgeflogen ist das Dealen des Schweizers im Dezember 2019 bei einer Hausdurchsuchung. 12,5 Gramm reines Methylamphetamin, 26 Gramm Cannabis, 6 Gramm flüssiges Gamma-Butyrolacton (GBL), ein Bündel von 545 Dollar in bar und eine Reihe von Verpackungsmaterial wie Beutel, Röhrchen und Waagen tauchten dabei auf.

In Zürich aufgewachsen

R. habe seit seiner Einwanderung 2014 eine «positive Beschäftigungsbilanz» vorzuweisen, gab seine Verteidigung zu Protokoll. Er sei selbst süchtig nach Meth gewesen zum Zeitpunkt seiner Straftaten – nun habe er aber bedeutende Schritte Richtung Rehabilitation gemacht.

Der 37-Jährige wuchs in Zürich auf. Dort besuchte er die Berufsschule für Mode und Gestaltung, wie er auf seiner Website schreibt. Er war bis zum Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

* Name der Redaktion bekannt

Hast du oder jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Informationen und Substanzwarnungen

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