Trooia: Schweizer entwickelt Tool, um die Google-Suche anonym zu nutzen
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TrooiaSchweizer entwickelt Tool, um die Google-Suche anonym zu nutzen

Der Zürcher Christoph Cronimund hat ein Tool entwickelt, das das anonyme Suchen mit Google erlaubt. Die Nachfrage nach Trooia war so gross, dass er das Angebot kurzzeitig vom Netz nehmen musste.

von
Tobias Bolzern
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Wer Google nutzt, hinterlässt eine Datenspur. 

Wer Google nutzt, hinterlässt eine Datenspur.

20Min
Ein Zürcher hat ein Tool entwickelt, um die Suchmaschine anonym zu nutzen. 

Ein Zürcher hat ein Tool entwickelt, um die Suchmaschine anonym zu nutzen.

JAMIE MCGREGOR
Trooia zeigt keine Werbung an und sucht «anonym» mithilfe von Google im Hintergrund.

Trooia zeigt keine Werbung an und sucht «anonym» mithilfe von Google im Hintergrund.

Trooia

Darum gehts

  • Die Suche von Google ohne Werbung und anonym nutzen.

  • Das verspricht ein Tool eines Zürchers.

  • Das Angebot stösst auf eine grosse Nachfrage.

«Können Kühe schwitzen?», «Wie koche ich Kartoffeln richtig?», «Habe ich eine Geschlechtskrankheit?» – wer mit der Suchmaschine Google seine Fragen beantwortet, hinterlässt eine Datenspur. Das will ein Zürcher mit einem neuen Tool namens Trooia verhindern. Wie er gegenüber dem «Tages Anzeiger» erklärt, lässt sich damit Google «vollkommen anonym» nutzen.

Christoph Cronimund lancierte das Projekt Ende 2020. Er wollte eigentlich nur eine bessere Übersicht über die Resultate erhalten, wie Cronimund, der im Suchmaschinenmarketing tätig ist, erklärt. «Werbeanzeigen auf Google waren vor ein paar Jahren noch nicht so dominant. Mittlerweile muss man schon fast scrollen, um zu den unbezahlten Einträgen zu kommen», erklärt er gegenüber der Zeitung.

Unter dem Radar

Doch wie funktioniert Trooia überhaupt? Tippt man mit Cronimunds Tool eine Anfrage ein, wird diese an Google weitergeleitet. Das, was Google ausspuckt, wird wiederum automatisch abgegriffen und auf Trooia angezeigt. Das ist legal, jedoch sieht es der IT-Gigant nicht gerne, wenn Maschinen die Suche nutzen.

«Man muss unterm Radar von Google fliegen», so Cronimund. Dazu nutzt er sogenannte Proxy-Pools. Damit werden die Anfragen an Google von verschiedenen IP-Adressen aus gestellt und damit quasi maskiert. Die Kosten für diesen Dienst trägt er selbst, wie er erklärt.

1000 Mails beantwortet

Nutzen kann man Troia derzeit allerdings nicht. Denn: Nach der ersten Berichterstattung im Januar wurde seine Website überrannt. «Offenbar ist vielen Menschen der Datenschutz wichtig. Es scheint, als ob ich damit einen Nerv getroffen habe. Ich habe mehr als 1000 Mails beantwortet», sagt Cronimund gegenüber dem «Tages Anzeiger». Derzeit arbeitet Cronimund an technischen Details von Trooia. Die Plattform soll wieder online gehen, sobald sie stabil läuft. Interessierte können sich für einen Newsletter anmelden. «Diese Email-Adressen dienen nur dem Versand des Newsletters, der über die Fortschritte mit Trooia berichtet», verspricht Cronimund.

Geht es um Suchmaschinen, ist Google der eindeutige Leader mit einem Marktanteil von über 90 Prozent. Die restlichen Prozentpunkte teilen sich Websites wie Bing, Yahoo oder Baidu auf. Mittlerweile gibt es allerdings Alternativen, die den Datenschutz gross schreiben. Dies sind unter anderem Plattformen wie Duckduckgo, Qwant, Startpage oder Swisscows.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung

17 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Such-Maschinist

30.03.2021, 15:52

Datenschutz + Google = Widerspruch

Dani99

30.03.2021, 13:34

Das gibt es schon seit Jahren. Was ist neu daran?

LeBon

30.03.2021, 10:37

Offenbar ist der Datenschutz für viele wichtig. Und doch haben noch fast alle Whatsapp und Facebook. Ziemlich schräg.