Weltneuheit: Schweizer erfinden «badende» Öko-Batterie
Aktualisiert

WeltneuheitSchweizer erfinden «badende» Öko-Batterie

Eine neue, recyclebare Öko-Batterie soll den Schweizer Markt erobern. Die Weltneuheit namens Aquacell-Battery wird mit Wasser aktiviert und ist günstiger als normale Batterien.

von
Lea Blum

Eine umweltfreundliche Batterie soll künftig herkömmliche Alkaline-Batterien ersetzen. Die Erfindung, die von den Genfern Olivier Chauffat und Patrice Horowitz mitentwickelt wurde, stellt laut Chauffat eine saubere und leichte Alternative zur normalen Alkaline-Batterie dar: «Sie enthält kaum toxische Substanzen, besteht aus rezykliertem Plastik anstelle von Stahl und Edelmetallen und wiegt die Hälfte einer herkömmlichen Alkaline-Batterie – nur 13 Gramm. Zudem können 85 Prozent der Aquacell-Batterie wiederverwertet werden.»

Die Batterie ohne Ablaufdatum, die mit Wasser aktiviert werden muss, soll nun den Schweizer Markt erobern. «Die Schweiz ist das erste und einzige Land, in dem das Produkt bereits erhältlich ist», sagt Chauffat zu 20 Minuten. «Nächstes Jahr wollen wir es auf den Märkten in Frankreich, den Niederlanden, in Grossbritannien, Spanien, Portugal und Italien versuchen.»

Batterie mit Wasser aktivieren

Die Hersteller preisen die Batterie als «ewig haltbar» an, dies bezieht sich aber nur auf das Ablaufdatum. Wurde die Batterie einmal aktiviert, versorgt sie beispielsweise eine Fernbedienung für etwa eineinhalb Jahre mit Energie. Ist diese aufgebraucht, kann die Batterie nicht erneut aufgeladen werden. Dafür verliert sie ab Kaufdatum nicht an Leistung. Eine normale Batterie entlädt sich schon ab Fabrik. «Und sie ist mit 6.90 Fr. für vier Stück erst noch günstiger als normale Batterien», so Chauffat.

Um die Batterie benutzen zu können, muss man die Verschlusskappe abschrauben und die Batterie während fünf bis zehn Minuten in einen Behälter mit Wasser legen. Kurz trocknen, Verschlusskappe wieder festschrauben und schon ist sie einsatzbereit, wie Storyfilter ankündigt. Sie ist mit einer Stromspannung von 1,5 Volt aber eher für Geräte zu gebrauchen, die nur wenig Strom benötigen. Beispielsweise Taschenlampen, Walkie-Talkies oder Radiowecker. Für Digitalkameras oder grössere elektronische Geräte, die viel Strom benötigen, ist die Batterie nicht besonders geeignet.

Ursprünglich kam die Idee vom Holländer Nils Bakker, der seinen Wohnsitz in China hat. Zusammen mit Chauffat und Horowitz wurde das Projekt 2009 in Angriff genommen: «Wir haben fünf Jahre lang an der Idee gefeilt», erzählt Chauffat. Produziert werde sie in China. Heute sei die «grüne Batterie» unter ceto.ch erhältlich und ab Ende November in den Manor Warenhäusern zu kaufen.

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