«Sehr emotional»: Schweizer erfindet Tattoo-Tinte aus Menschenhaar
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«Sehr emotional»Schweizer erfindet Tattoo-Tinte aus Menschenhaar

Der Unternehmer Andreas Wampl hat in Buchs SG ein Verfahren entwickelt, um aus Menschenhaar Tätowierfarbe herzustellen. Er selbst wird das Produkt testen.

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num
Aus diesen Haaren wird der erste Prototyp hergestellt, den sich Wampl unter die Haut stechen lassen will.

Aus diesen Haaren wird der erste Prototyp hergestellt, den sich Wampl unter die Haut stechen lassen will.

«Ja, es ist ein bisschen gruselig», gibt Andreas Wampl zu. Der Vorarlberger hat mit seinem Unternehmen «Skin 46» ein Verfahren patentieren lassen, um aus Menschenhaar Tattoo-Farbe herzustellen. Vereinfacht gesagt extrahiert er in einem aufwendigen Verfahren Kohlenstoff aus dem Haar und vermengt diesen mit einer farblosen Basis-Tinte.

Er selbst wird sich die erste hergestellte Farbe, hergestellt aus den Haaren seiner beiden Kinder, unter die Haut stechen lassen. Um der Tattoo-Szene damit zu beweisen, dass die neue Farbe unbedenklich ist. «Es ist eine physische Verbindung mit meinen Liebsten, das wird sehr emotional», sagt er. Aus 10 Gramm Haar – «eine Handvoll» – könne er so viel Tinte herstellen, dass ein ganzer Rücken damit tätowiert werden könnte. Die Farbe werde immer schwarz, auch wenn die Haare blond waren.

900 Franken pro Fläschchen

Wampl steht auch hinter dem Unternehmen Algordanza, das aus der Asche von Verstorbenen Diamanten presst. Die neue Tattoo-Farbe soll aber nicht ein neues Trauer-Accessoire werden. «Ich denke daran, dass Eltern ihre Liebe zu ihren Kindern so verewigen können, in dem sie einen Teil ihres Kindes unter die Haut stechen», sagt er. Oder etwa der beste Freund, die beste Freundin, oder militärische Einheiten, oder Rocker-Clubs – der Unternehmer sieht eine Menge potenzieller Kunden.

Seine Vision: Der Kunde schickt Haar ein, erhält für 900 Franken eine Fläschchen mit der hergestellten Tinte zurück, und geht damit zum Tätowierer seines Vertrauens. Doch die gesetzlichen Hürden, was Tattoo-Farben angeht, sind in der Schweiz hoch. Wampl ist sich dessen bewusst: «Die Schweizer Gesetze bei den Tattoofarben gehören international zu den höchsten Standards und wir nehmen diese als Mindestanforderung.»

Inhaltsstoffe überprüfen

Seine Tinte legt er noch einem Labor vor, um die Verträglichkeit mit der Haut zu testen. Aber auch, um sicherzugehen, dass keine Substanzen darin sind, die auf einer Verbotsliste des Bundes stehen.

Bestellen können Interessierte die Tinte noch nicht. Dafür will Wampl im nächsten Jahr ein Crowdfunding starten. Um die Tinte mit entsprechend teuren Maschinen in Serie herstellen zu können, brauche er mindestens 500'000 Franken. Das Crowdfunding verfolgt noch einen anderen Zweck: «Dann sehe ich aber auch, wie gross das Bedürfnis danach ist.»

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