Aktualisiert 14.08.2013 13:16

Granitgigant

Schweizer erklimmen den Bergsteiger-Olymp

Zum erst dritten Mal ist es Alpinisten gelungen, im Winter den Cerro Torre zu besteigen. Der Gipfel an der argentinisch-chilenischen Grenze gilt als einer der schwierigsten und schönsten der Welt.

von
bee

Der Cerro Torre an der chilenisch-argentinischen Grenze hat unter eingefleischten Alpinisten den Status eines Mythos. Der 3128 Meter hohe Berg gilt mit seinen steil aufragenden, glatten Granitwänden als nur schwer besteigbar. Hinzu kommen die immerwährenden, starken Winde im patagonischen Gebirge, die für die Extremsportler eine zusätzliche Herausforderung darstellen. Während der Cerro Torre im Sommer für Spitzenbergsteiger aus aller Welt ein beliebtes Ziel ist, getrauen sich im Winter nur die wenigsten, die anstrengende Tour in Angriff zu nehmen.

Einem Bergsteiger-Quartett ist es nun gelungen, den «Turm-Berg» in den Wintermonaten zu bezwingen. Unter der Führung des deutschen Spitzenkletterers Thomas Huber haben die beiden Schweizer Stephan Siegrist und Dani Arnold sowie der einheimische Bergsteiger Matias Villavicencio am 30. Juli die Spitze erklommen. Nach 14 Jahren waren sie erst die dritte Expeditionsgruppe, denen diese Leistung in der kalten Jahreszeit gelungen ist.

Beste Wetterverhältnisse

«Unser Team hat perfekt funktioniert, das Wetter war unglaublich gut», erzählt Stephan Siegrist der Agentur «visual impact». Der 40-jährige Extrembergsteiger und Kletterer aus Interlaken hatte bereits 1999 die Westwand des Cerro Torre erklommen. «Obwohl sich in den 14 Jahren die Formationen natürlich stark verändert haben, konnte ich mich noch an die eine oder andere Stelle erinnern.»

Anders als damals fanden er und seine Begleiter beste Wetterverhältnisse vor: ein milder Winter unter wolkenlosem Himmel. «Es war eine Märchenlandschaft voll von unwirklichen Eisgebilden», schwärmt der Berner.

Wegen eines aufkommenden Sturms konnte er bei der ersten Besteigung 1999 die letzten zehn Meter hinauf zu einem aufragenden Eispilz nicht wagen. In diesem Jahr war dies anders: «Auf dem Gipfel wehte kein Wind. Ungesichert konnten wir noch die letzen 10 Meter vom Gipfelplateau zum höchsten Punkt steigen. Es war ein unvergessliches Erlebnis.»

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