Aktualisiert 16.04.2012 11:16

Viele Männer betroffen

Schweizer erkranken öfter an Hautkrebs

In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Erkrankungen an Hautkrebs bei Schweizer Männern fast verdoppelt. Frauen schützen sich besser vor der Sonne, deshalb erkranken sie weniger oft.

Die Zahl der Neuerkrankungen mit Hautmelanomen - auch schwarzer Hautkrebs oder kurz Melanom genannt - hat in der Schweiz stark zugenommen. Immer häufiger werden die Tumore aber früh erkannt. Die Folge: Die Sterberate hat sich seit den Achtzigerjahren kaum verändert.

Ein Hautmelanom ist ein hochgradig bösartiger Tumor, der aus Pigmentzellen der Haut entsteht. Im Gegensatz zu sogenannten Karzinomen in der Oberhaut bilden Melanome viel häufiger Ableger im Körper. Diese sind oft nur schwer zu behandeln.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat auf der Basis der Kantonalen Krebsregister und mehrerer schweizweiten Befragungen Daten über die Häufigkeit dieser schweren Krebsart sowie dessen Prävention gesammelt und zusammengefasst. Am Montag informierte das BFS über die Resultate.

Es kam zum Schluss, dass die Zahl der Neuerkrankungen mit Hautmelanomen in der Schweiz stark zugenommen hat. Zwischen 1984 und 1988 diagnostizierten Ärzte pro Jahr bei im Mittel 13,7 von 100 000 Frauen ein Melanom. Zwischen 2004 und 2008 waren es bereits 21,1 Fälle - der Anstieg betrug 50 Prozent. Bei dem Männern stieg die Rate noch stärker, nämlich von 13 auf 23,5 Fälle pro 100 000.

Jährlich 2000 Fälle

Rund jede zwanzigste neue Krebsdiagnose ist ein Fall von schwarzem Hautkrebs. Insgesamt werden pro Jahr rund 2000 Neuerkrankungen festgestellt. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist die Schweiz das europäische Land mit der höchsten Zahl von Melanomfällen.

Die Hauttumore werden jedoch immer häufiger bereits früh diagnostiziert - wodurch die Überlebenschancen für die Betroffenen steigen. Dies erklärt, weshalb trotz zunehmender Zahl von Krebsfällen die Sterberate relativ stabil blieb. Zwischen 2004 und 2008 starben jährlich im Durchschnitt 285 Menschen an Hautkrebs.

Frauen vorsichtiger

Wie man Hautkrebs vorbeugt, scheint fast allen Schweizerinnen und Schweizern bekannt zu sein: 85 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren gaben 2007 in einer Umfrage an, sich mit Kleidung oder Sonnencrème vor Sonnenstrahlung zu schützen. Die Frauen nehmen den Sonnenschutz etwas ernster als die Männer und Deutschschweizer schützen sich häufiger als Romands oder Tessiner.

Auch bei Vorsorgeuntersuchungen gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern: 37 Prozent der Frauen gaben an, sich mindestens einmal im Leben einer Hautuntersuchung unterzogen zu haben. Bei den Männern liegt der Anteil bei 33 Prozent. Im Vergleich zu 1997 nahm die Zahl der Untersuchungen bei beiden Geschlechtern zu.

In der lateinischen Schweiz wurden häufiger Hautkontrollen durchgeführt als in der Deutschschweiz. Die Folge: In der Westschweiz und im Tessin wurden weniger Melanome in fortgeschrittenem Stadion entdeckt.

Die meisten Melanome entwickeln sich aus klinisch unauffälliger Haut heraus. Dermatologen in der ganzen Schweiz bieten am 7., 9. und 11. Mai eine kostenlose Erstuntersuchung von Muttermalen an. Damit wollen sie auf die Wichtigkeit der Früherkennung von Hautkrebs aufmerksam machen. Informationen zur Kampagne sind unter www.melanoma.ch zu finden. (sda)

Schutz vor Sonnenstrahlung verringert Risiko

Nicht bei allen Menschen ist das Risiko gleich gross, an Hautkrebs zu erkranken - viele Faktoren sind genetisch bedingt. Indem man aber starke Sonnenstrahlung meidet, kann die Gefahr einer Krebserkrankung stark gesenkt werden.

UV-Strahlung - ein für das menschliche Auge unsichtbarer Teil des Sonnenlichts - ist eine der Hauptursachen für Hautkrebs. Die Krebsliga Schweiz rät deshalb, sich konsequent vor Sonnenstrahlung zu schützen.

Konkret heisst dies: Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man wenn möglich im Schatten bleiben. Das Tragen von Hut, Sonnenbrille und langer Kleidung sowie das Auftragen eines Sonnenschutzmittels verhindert, dass UV-Strahlung in die Haut eindringt. Zudem rät die Krebsliga vom Besuch von Solarien ab.

Andere Hautkrebs-Risikofaktoren sind hingegen nicht beeinflussbar. Dies zählt zum Beispiel für den Hauttyp: Menschen mit heller Haut sind schlechter vor UV-Strahlung geschützt und deshalb stärker gefährdet als Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Bei Personen, in deren Familie bereits Fälle von Hautkrebs auftraten, besteht ebenfalls ein etwas höheres Risiko. Auch weisen Personen mit besonders vielen oder besonders grossen Muttermalen eine erhöhte Gefährdung auf.

Grundsätzlich nimmt auch mit dem Alter das Risiko einer Erkrankung zu. Melanome treten aber auch bei jüngeren Menschen häufig auf: 28 Prozent aller Fälle wurden bei Personen unter 50 Jahren diagnostiziert, wie das Bundesamt für Statistik schreibt. (sda)

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