8,1 Mrd. Franken: Schweizer Exporte trotzen Euro-Krise
Aktualisiert

8,1 Mrd. FrankenSchweizer Exporte trotzen Euro-Krise

Ausfuhren in die Euro-Zone sind vergangenen Monat um 6,6 Prozent gestiegen. Das wichtigste Abnehmerland bleibt Deutschland. Die Exporte nach Irland haben sprunghaft zugenommen.

Redbull und Nespresso verliehen den Schweizer Exporten im Januar Flügel: Nach dem Knick im Dezember sind die Ausfuhren im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent auf 16,7 Mrd. Fr. gestiegen. Sieben der neun wichtigsten Schweizer Exportbranchen standen im Plus.

Allen voran die Nahrungs- und Genussmittelbranche konnte deutlich zulegen. Deren Exporte stiegen um 20,2 Prozent auf 686 Mio. Franken, wie die Eidg. Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte. Vor allem die Getränkeausfuhren schossen um gut die Hälfte nach oben.

Grund sei der Ausbau der Produktion von Redbull und Nespresso hierzulande, sagte EZV-Ökonom Matthias Pfammatter auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Immer mehr Energygetränke und Kaffeekapseln würden aus der Schweiz ins Ausland verkauft. Auch die Käse-Exporte legten um über ein Fünftel zu.

Uhren und Medikamente gefragt

Die Uhrenindustrie wuchs ebenfalls zweistellig mit einem Plus von 10,8 Prozent auf 1,5 Mrd. Franken. Die wichtigste Schweizer Exportbranche, die chemisch-pharmazeutische Industrie, wies einen Zuwachs von 7,8 Prozent auf 7,4 Mrd. Fr. aus.

Sogar die lange gebeutelte Papier- und grafische Industrie erlebte einen Aufschwung: Erst zum zweiten Mal innert 20 Monaten seien deren Exporte wieder gestiegen ( 5,8 Prozent). Beinahe gleich stark verbesserten sich die Ausfuhren der Textil-, Bekleidungs- und Schuhbranche. Die Kunststoffindustrie legte um 1,2 Prozent zu.

Dagegen mussten die Maschinen- und Elektroindustrie sowie die Metallindustrie erneut Federn lassen (je rund -4 Prozent). Hier erlitten insbesondere die Kraftmaschinen kräftige Einbussen von über einem Drittel. Deutlich war das Minus auch in der Kälte- und Wärmetechnik.

Dagegen stieg der Versand von Textilmaschinen markant um über einen Fünftel. Dies sei das erste Plus seit 17 Monaten, schreibt die EZV.

Exporte trotzen Euro-Krise

Trotz der Euro-Krise haben die Schweizer Exporte in die Euro-Zone deutlich um 6,6 Prozent auf 8,1 Mrd. Fr. zugelegt. Am stärksten boomten die Ausfuhren nach Irland, die dank der Lieferung von Agrochemikalien und Medikamenten um 150 Prozent auf 120 Mio. Fr. in die Höhe schossen.

Auch nach Österreich konnten die Schweizer Exporteure ihre Lieferungen um beinahe die Hälfte auf 562 Mio. Fr. steigern. An Deutschland, den wichtigsten Handelspartner der Schweiz, lieferten hiesige Produzenten Waren für 3,3 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch nach Italien stiegen die Exporte um 1,3 Prozent auf 1,3 Mrd. Franken.

Dagegen macht sich die holprige Wirtschaft in Frankreich bemerkbar. Die Schweizer Ausfuhren ins westliche Nachbarland sanken um 2,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Franken.

Griechisches Drama

Weiter brachen die Exporte ins krisengeschüttelte Griechenland um 15 Prozent auf noch magere 91 Mio. Fr. ein. Schweizer Pharmakonzerne lieferten wegen unbezahlter Rechnungen deutlich weniger Medikamente nach Hellas. Zudem sackte die Nachfrage nach Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie ab, wie Pfammatter sagte.

Noch schlechter sieht es bei den Importen aus Hellas aus. Die Schweiz bezog im Januar gerade noch einmal Waren für 11 Mio. Franken. Das ist ein Taucher von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere Landwirtschaftsprodukte brachen ein.

Insgesamt stiegen die Schweizer Einfuhren nur leicht an. Im Januar wurden für insgesamt 14,6 Mrd. Franken Waren und Güter aus dem Ausland in die Schweiz importiert. Dies entspricht einem Plus von 0,4 Prozent. Hier verdoppelten sich Rohölimporte auf 470 Mio. Franken. Insbesonders libysches Öl sprudelte reichlicher. (sda)

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