Weltrekordversuch - Schweizer fährt für Strassenhunde 20’000 Kilometer mit dem E-Bike
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WeltrekordversuchSchweizer fährt für Strassenhunde 20’000 Kilometer mit dem E-Bike

Zusammen mit seiner Hündin Maja machte sich Reto Steimer (29) am Sonntag auf den Weg: 20’000 Kilometer will er mit seinem E-Bike fahren. Damit möchte er Spenden für Strassenhunde sammeln und gleichzeitig einen Weltrekord knacken.

von
Christina Pirskanen
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Zwei Jahre lang werden Reto Steimer (29) und seine Hündin Maja unterwegs sein. Mit dem E-Bike wollen sie 20’000 Kilometer durch ganz Europa fahren – Maja fährt im Anhänger mit.

Zwei Jahre lang werden Reto Steimer (29) und seine Hündin Maja unterwegs sein. Mit dem E-Bike wollen sie 20’000 Kilometer durch ganz Europa fahren – Maja fährt im Anhänger mit.

Reto Steimer
«Ich realisiere noch nicht, dass es schon am Sonntag losgeht», sagt Steimer. «Es sind gemischte Gefühle, aber die Vorfreude überwiegt.»

«Ich realisiere noch nicht, dass es schon am Sonntag losgeht», sagt Steimer. «Es sind gemischte Gefühle, aber die Vorfreude überwiegt.»

Reto Steimer
Hündin Maja habe Steimer als Welpe in einem Abfallhaufen in Bali entdeckt. Sie sei ihm nach Hause gefolgt und habe drei Tage vor seiner Haustür geschlafen, bis er sie adoptierte. Maja habe als Inspiration für das Spendenprojekt gedient.

Hündin Maja habe Steimer als Welpe in einem Abfallhaufen in Bali entdeckt. Sie sei ihm nach Hause gefolgt und habe drei Tage vor seiner Haustür geschlafen, bis er sie adoptierte. Maja habe als Inspiration für das Spendenprojekt gedient.

Reto Steimer

Darum gehts

  • Reto Steimer (29) will mit seiner Hündin Maja Spendengelder für Strassenhunde sammeln.

  • Dafür will er auf dem E-Bike 20’000 Kilometer durch Europa fahren.

  • Gelingt ihm das, würde er sogar einen Weltrekord brechen.

  • Maja ist selber eine Strassenhündin: Steimer adoptierte sie dieses Jahr in Bali.

Auf dem E-Bike 20’000 Kilometer quer durch Europa: Das wird bald Realität für Reto Steimer (29). Der gebürtige Aargauer bereitet sich momentan in Bayern auf die rund zweijährige Reise vor.

Von dort aus soll es am Sonntagvormittag losgehen. Steimer wird nicht alleine durch Europa reisen müssen - seine balinesische Hündin Maja begleitet ihn im Veloanhänger. «Ich realisiere noch nicht, dass es schon bald losgeht», sagt Steimer. «Es sind gemischte Gefühle, aber die Vorfreude überwiegt.»

Ein Welpe im Abfallhaufen

Die Idee für sein Projekt hatte Steimer während eines Bali-Aufenthalts im letzten Jahr: Eines Abends sei am Strassenrand in einem Abfallhaufen ein kleiner Welpe gesessen, welcher ihn daraufhin bis nach Hause verfolgt habe. Drei Tage habe der Welpe vor Steimers Haustüre verbracht, bis dieser beschlossen habe, die junge Hündin zu adoptieren und Maja zu taufen.

«In Bali werfen die Menschen ihre Hundewelpen in den Müll, setzen sie am Strand aus oder benutzen sie als religiöse Opfergabe - dabei werden Welpen lebendig verbrannt oder im Meer ertränkt», erzählt Steimer. Jeder Hund habe ein schönes Leben verdient - darauf wolle er aufmerksam machen. Maja sei seine Inspiration für das Spendenprojekt gewesen. «Für mich ist es ein Herzensprojekt. Würde mir jemand eine Million für Maja bieten, ich würde sie nicht mehr hergeben.»

«Auf Reisen kommt es immer anders, als geplant.»

Die E-Bike-Tour soll Steimer über den Winter zuerst nach Portugal führen, später dann zum Nordkap und in die Türkei. Die Route sei nicht genau geplant: «Ich habe gelernt, dass es auf Reisen immer anders kommt, als geplant.» Für Steimer sei es nicht wichtig, zwingend eine gewisse Distanz pro Tag zu fahren: Schön seien 60 bis 70 Kilometer, aber wenn es nur 20 sind, sei er nicht enttäuscht. «Im Vordergrund steht immer, dass es Maja während der Reise gut geht.»

Gastfreundliche Follower

Auf Instagram hat Steimer bereits über 12’000 Follower, die ihm auch schon fleissig Unterkunftsplätze anbieten. «Die ersten drei Tage meiner Reise bin ich dank ihnen schon mit Schlafplätzen versorgt.» Er sei überrascht, was Instagram bewirken kann. «Ich hätte nicht gedacht, dass die Menschen so herzlich und offen sind. Es ist ein sehr schönes Gefühl, bei meinem Projekt unterstützt zu werden.»

Aktuell finanziere Steimer die Weltrekordreise selber. «Ich stecke mein komplettes Erspartes in dieses Projekt.» Seine Ausrüstung wie E-Bike, Veloanhänger und Zelt habe er von Sponsoren zur Verfügung gestellt bekommen.

Um sein E-Bike mache sich Steimer keine grossen Sorgen: Es sei mit einem Tracker ausgestattet, welcher ihm mittels App mitteilt, falls sein Velo bewegt wird. Steimer hat noch ein weiteres Sicherheitssystem: Maja. Falls er sein Fahrrad kurz abstellen müsse, um einzukaufen oder zu duschen, wird Maja im Anhänger sitzen bleiben. Am Anhänger hänge ein Maulkorb, das schrecke die Leute sicherlich ab. «Es weiss ja niemand, dass sie nicht beisst. Meine grösste Angst ist, dass Maja geklaut wird. Das könnte ich nicht verkraften.»

Spendensammeln für den Tierschutz

Er habe schon immer die Welt entdecken, dabei aber auch etwas zurückgeben wollen, so Steimer: «Ich wusste, dass ich mich während meiner Reise für den Tierschutz einsetzen will.» Mit seiner E-Bike-Aktion will Steimer über 30'000 Franken an Spenden für Strassenhunde sammeln - und ganz nebenbei den Weltrekord für die längste E-Bike-Reise brechen. Die Spendengelder werde er an Tierschutzorganisationen in Bali und Griechenland weitergeben.

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